Hausärzt:in 02/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Neue Erkenntnisse rund um die "metabolische Migräne"

Wenn das Gehirn in den Energiemangel rutscht.
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Migräne ist weit mehr als nur Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung, die über eine Milliarde Menschen weltweit in ihrem Alltag erheblich einschränkt.
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Medizinische Expertise
Eva-Maria  Ornella

Prim.a Dr.in Eva-Maria Ornella (Abt. f. Innere Medizin Mein Gesundheitszentrum Klagenfurt, mit Wahlarztordination in Villach, ist auch Künstlerin.)

Eine Medizinerin, die das besonders gut versteht, ist Prim.a Dr.in Eva-Maria Ornella. Die Ärztin war selbst jahrelang massiv von Migräne betroffen. Aus dieser doppelten Perspektive – der medizinischen und der persönlichen – entwickelte sie ein neues Verständnis der Erkrankung und insbesondere der Verbindung von Stoffwechselstörungen und Migräne. "Metabolische Migräne" ist ein relativ neuer Begriff aus der Migräneforschung, sie steckt also quasi noch in den Kinderschuhen. "In den letzten Jahrzehnten lag der Schwerpunkt in der Migräneforschung vor allem auf der medikamentösen Behandlung. Wir wissen aber heute, dass diese Medikamente bei vielen Patient:innen nicht die erhoffte Wirkung erzielen. Die Zahl der 'Non-Responder' liegt etwa bei den neuen CGRP-Antikörpern zwischen 43 und 73 %", hält Prim.a Ornella fest. "Das heißt, es muss noch eine andere Ursache geben, bei der wir genauer hinschauen müssen."

Im Zentrum der aktuellen Forschung rund um die "metabolische Migräne" steht die Annahme, dass es sich nicht primär um eine Gefäßkrankheit handelt, sondern um eine tiefer liegende Störung im Energiestoffwechsel des Gehirns. Prim.a Ornella: "Das Gehirn der Betroffenen kann seinen Energiebedarf in bestimmten Situationen nicht mehr ausreichend decken – es kommt zu einer Art energetischer Krise. Die Energieunterversorgung kann die Reizschwelle im Gehirn senken und eine Migräneattacke auslösen."