Hausärzt:in 02/2024

Demenzprävention durch Hörgeräte

Leuchtendes Hirn in Händen gehalten
Hörverlust erhöht das Demenzrisiko, Hörgeräte können entgegenwirken.
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Die Hörminderung zählt bekanntlich zu den zwölf modifizierbaren Demenzrisikofaktoren und könnte für rund 8 % der Demenzerkrankungen verantwortlich sein.1 Mit der Frage, inwieweit sich das Demenzrisiko durch eine Hörgeräteversorgung beeinflussen lässt, beschäftigte sich eine rezente Studie, die in Lancet Public Health veröffentlicht wurde.2

Für die Untersuchung wurden Daten der UK Biobank herangezogen – von einer populationsbasierten Kohortenstudie, die im Zeitraum von 2006 bis 2010 Erwachsene zwischen 40 und 69 Jahren rekrutierte. Hör- und Hörgerätestatus zur Baseline wurden mittels Eigenberichts der Proband:innen erhoben, Demenzdiagnosen mithilfe von Krankenhausakten und Sterberegisterdaten. In die Analyse wurden 437.704 Personen eingeschlossen.

Verglichen mit normal hörenden Proband:innen, zeigte sich bei jenen mit einer nicht hörgeräteversorgten Hörminderung ein um 42 % erhöhtes Risiko hinsichtlich einer Demenz jeglicher Ursache (HR 1,42 [95 % CI 1,29-1,57]). Hingegen war bei hörbeeinträchtigten Personen, die aber Hörgeräte trugen, kein erhöhtes Risiko festzustellen (1,04 [0,98-1,10]). Die positive Assoziation der Hörgeräteverwendung zeigte sich sowohl bei Demenz jeglicher Ursache als auch bei ursachenspezifischen Demenzsubtypen: bei Alzheimererkrankung, vaskulärer Demenz sowie Nicht-Alzheimererkrankung/nichtvaskulärer Demenz.