Alkohol: Welche Wege aus der Abhängigkeit führen

Person umarmt Baum
Das Leben mit so viel Schönem anreichern, damit das Suchtmittel an Attraktivität verliert.
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Warum der Alkoholkonsum in den krisengebeutelten letzten Jahren im Durchschnitt etwas zugenommen hat und was es mit der Modeerscheinung "Harm Reduction" auf sich hat, erzählt Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek, Vorstand des Instituts für Sozialästhetik und Psychische Gesundheit, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.
Medizinische Expertise
Michael Musalek

Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek (Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Ärztlicher Direktor des Anton Proksch Instituts)

HAUSÄRZT:IN: Herr Prof. Musalek, haben Alkoholabhängigkeiten und Rückfälle nach Abstinenz in den vergangenen Jahren der Krisen nachweislich zugenommen?

Prof. MUSALEK: Der Alkoholkonsum hat nachweislich zugenommen, ja. Auch eigene Studien zeigen das. Dass die Alkoholkrankheit häufiger wurde, belegt meines Wissens bisher keine Untersuchung. Das ist aber verständlich, weil es hierfür eine gewisse Latenz braucht. Auch zu Rückfällen sind mir keine Studiendaten bekannt. In der Praxis haben wir insbesondere während der Lockdowns aber sehr wohl bemerkt, dass die Patienten weniger in die Ambulanzen gekommen sind und es in der Folge zu mehr Rückfällen kam.