Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zur erfolgreichen Versorgung von Patient:innen mit kardialer Amyloidose

Herz das an einer Stelle brennt
"Die Symptome sind völlig unspezifisch – genau das ist das Problem."
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Priv.-Doz.in Dr.in Hermine Agis im Interview über die Versorgung von Patient:innen mit kardialer Amyloidose. 
Medizinische Expertise
Hermine Agis

Priv.-Doz.in Dr.in Hermine Agis (Ärztliche Leiterin des Interdisziplinären Amyloidose-Zentrums (IAZ))

HAUSÄRZT:IN: Die kardiale Amyloidose gilt als "seltene Erkrankung" – wie zeitgemäß ist diese Einordnung noch?

DOZ.in AGIS: Für die AL-Amyloidose gilt weiterhin: Sie ist und bleibt eine seltene Erkrankung – auch wenn die Awareness hoffentlich weiter steigt. Tatsächlich hat diese in den letzten Jahren bereits etwas zugenommen. Das hängt vor allem mit der Entwicklung bei der Transthyretin-Amyloidose (ATTR) zusammen. Seit 2012 gibt es eine Behandlungsmöglichkeit für diese Form – seither wird sie deutlich häufiger diagnostiziert. Früher galt die ATTR-Amyloidose als sehr selten, weil man im Wesentlichen nur die genetische Variante kannte. Die nichterbliche Form war lange nicht im Fokus. Inzwischen ist bekannt, dass die ATTR-Amyloidose durchaus viele ältere Menschen betreffen kann: Angeblich bis zu zehn bis 20 % der Patient:innen über 80 Jahre. Sie wird immer häufiger diagnostiziert und bald wohl keine Rare Disease mehr sein, sondern eine häufige Erkrankung älterer Menschen.