Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Die Herzinsuffizienz ist das gefährliche Häufige

ein Herz aus Glas
Warum die Volkskrankheit mehr Aufmerksamkeit erfordert.
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Univ.-Doz. Dr. Martin Hülsmann und Priv.-Doz. Dr. Deddo Mörtl im Interview über die Volkskrankheit Herzinsuffizienz. Sie erklären Risikofaktoren, Symptome, Diagnostik und moderne Therapieansätze.
Medizinische Expertise
Martin Hülsmann

Univ.-Doz. Dr. Martin Hülsmann (Leiter der Herzinsuffizienzambulanz des AKH Wien)

Deddo Mörtl

Priv.-Doz. Dr. Deddo Mörtl, FHFA (Leiter der Herzinsuffizienzambulanz des Universitätsklinikums St. Pölten)

HAUSÄRZT:IN: Die Herzinsuffizienz stellt eine der häufigsten Volkskrankheiten dar, ungefähr 300.000 Österreicher:innen sind betroffen. Welche Bedeutung wird der Herzinsuffizienz heute beigemessen?

Doz. MÖRTL: Von der Öffentlichkeit wird der Herzinsuffizienz zwar etwas mehr Bedeutung beigemessen als früher, allerdings immer noch viel zu wenig. Es gibt eine hohe Rate nicht diagnostizierter Betroffener und selbst bei den diagnostizierten Patient:innen wird eine guidelinegerechte Therapie nur im niedrigen einstelligen Bereich durchgeführt – bei ca. 1 bis 4 %.

Doz. HÜLSMANN: Hypertonie, Diabetes oder koronare Herzkrankheit sind der Bevölkerung ein Begriff und sind auch angstbesetzt. Die Herzinsuffizienz hat diesen Stellenwert jedoch nicht. Zwar wird dies gerade in der Ärzt:innenschaft schon deutlich besser, aber die Umsetzung im niedergelassenen Bereich reicht nach wie vor nicht aus. Innerhalb der Forschung explodieren die Therapien, aber es werden nicht einmal diejenigen Therapieschemata eingesetzt, die schon vor zehn bis 15 Jahren Standard waren.