Eine metastasierte Erkrankung ist damit grundsätzlich systemisch. Dennoch kann bei oligometastatischer und/oder leberdominanter Situation in vielen Fällen (vor allem beim CRC oder bei NET-Metastasen) eine kurative Intention verfolgt werden. Gelingt es unter Anwendung moderner Therapiekonzepte (Lokaltherapie/Systemtherapie), die sichtbaren Tumoren bis zur Komplettremission zu behandeln, so sind beim metastasierten CRC (mCRC) 5-Jahres-Überlebensraten von über 50-60 % möglich.1 Entscheidend ist die frühzeitige interdisziplinäre Beurteilung in einem Tumorboard mit Expert:innen für Chirurgie, Interventionelle Radiologie, Onkologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Pathologie.
Für die hausärztliche Praxis ergeben sich bei Vorliegen von Lebermetastasen vor allem drei Aufgaben:
- eine rasche Zuweisung an ein Zentrum zur Vervollständigung einer adäquaten Diagnostik und Vorstellung in einem multidisziplinären Tumorboard hinsichtlich einer potenziell kurativen Perspektive,
- ein engmaschiges Nebenwirkungs‑ und Komorbiditätsmanagement während der System‑ und Lokaltherapien und
- eine strukturierte Nachsorge inklusive Lebensstilberatung und psychosozialer Unterstützung.