Auch die routinemäßige Anamnese bezüglich der Allergiesituation liefert nicht immer aussagekräftige Informationen. Auf die Erkundigung nach bekannten Allergien antworten Patient:innen häufig mit Nein. Doch wird die anschließende Frage, ob jemals eine allergologische Testung erfolgt ist, nicht selten ebenfalls verneint. Dies verdeutlicht, dass das Fehlen bekannter Allergien nicht mit einer tatsächlichen allergologischen Abklärung gleichzusetzen ist.
Inhalative Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter, aber auch im Erwachsenenalter – mit wachsender Tendenz. Ob das der zunehmenden Umweltbelastung oder der sich langsam verbessernden rechtzeitigen Diagnostik geschuldet ist, wird kontrovers diskutiert. Allein der populäre Begriff "Heuschnupfen" zeigt jedoch die Verharmlosung des Krankheitsbildes, das in ca. 20 % der Fälle zu allergischem Asthma bronchiale führen kann. Trotz klarer Leitlinien werden Diagnostik und Therapie allergischer Erkrankungen oft erst verzögert oder unvollständig angegangen.