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Ärzt:in Assistenz 2026
DFP Literatur

DFP-Praxiswissen: Harndrang

Bestandteil der physiologischen Blasenreifung.
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Die Kontrolle der Blasenfunktion entsteht durch einen komplexen Reifungsprozess, der von einem zunächst rein spinal gesteuerten Reflex hin zu einer willkürlich kontrollierten Miktion führt. Harndrang im Kindesalter stellt dabei überwiegend ein physiologisches Zeichen dieser Entwicklung dar. Erst bei ausgeprägter Symptomatik oder funktionellen Einschränkungen ist eine weiterführende Abklärung erforderlich. Ein differenziertes Verständnis der neurophysiologischen Grundlagen sowie der altersabhängigen Variabilität ist entscheidend für eine angemessene Diagnostik und Therapie.
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Inhaltsverzeichnis
Autor:innen
Christa Gernhold

Dr.in Christa Gernhold (Abteilung für Kinderurologie, Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern)

Marion Zauner

DGKP Marion Zauner (Abteilung für Kinderurologie, Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern)

Bernhard Haid

Prim. Priv.-Doz. DDr. Bernhard Haid, FEAPU, FEBU (Abteilung für Kinderurologie, Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern)

Der untere Harntrakt besteht funktionell aus zwei zentralen Einheiten: der Harnblase als Reservoir für Urin sowie dem Harnröhrenverschlussapparat mit Blasenhals und äußerem Sphinkter zur Sicherung der Kontinenz. Die Funktion dieser Strukturen wird durch ein komplexes neuronales Netzwerk reguliert. Auf spinaler Ebene (Segmente S2–S4) werden parasympathische und somatische Reflexe vermittelt. Die zentrale Koordination erfolgt im pontinen Miktionszentrum, das die Entleerung der Blase steuert. Darüber hinaus spielen das periaquäduktale Grau als Integrationszentrum für sensorische Informationen aus der Blase sowie der präfrontale Kortex eine entscheidende Rolle bei der bewussten Wahrnehmung der Blasenfüllung und der willentlichen Kontrolle der Miktion.

In der Blasenfüllungsphase wird die Speicherung des Urins durch Relaxation des Detrusors und Kontraktion des Sphinkters gewährleistet, während bei der Miktion eine koordinierte Detrusorkontraktion bei gleichzeitiger Sphinkterrelaxation erfolgt. Diese Koordination entwickelt sich jedoch erst im Laufe der frühen Kindheit.