Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

WHO aktualisiert europäischen Kodex gegen Krebs

Fast 40 % aller Krebserkrankungen weltweit gehen auf vermeidbare Ursachen zurück. Passend zum heutigen Weltkrebstag veröffentlicht die WHO die neue Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs in deutscher Sprache. Es enthält 14 wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, um das persönliche Krebsrisiko zu senken. 

Eine neue Analyse der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zeigt, dass 30 % aller Krebserkrankungen bei Frauen und sogar 45 % bei Männern auf vermeidbare Ursachen zurückgehen. In Europa ist Rauchen einer der wichtigsten Risikofaktoren. Passend dazu wurde jetzt die neueste Fassung des Europäischen Kodex gegen Krebs in Zusammenarbeit mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) veröffentlicht. 

  • Rauchen: Rauchen Sie nicht. Verzichten Sie auf jeglichen Konsum von Tabakprodukten oder E-Zigaretten. Wenn Sie rauchen, sollten Sie damit aufhören.
  • Passivrauchen: Vermeiden Sie Tabakrauch in Ihren Wohnräumen und in Ihrem Fahrzeug.
  • Übergewicht und Fettleibigkeit: Ergreifen Sie Maßnahmen, um Übergewicht und Adipositas zu vermeiden oder zu reduzieren:
    • Essen Sie möglichst wenig Lebensmittel mit hohem Kalorien-, Zucker-, Fett- und Salzgehalt.
    • Konsumieren Sie möglichst wenig Getränke mit hohem Zuckergehalt. Trinken Sie hauptsächlich Wasser und ungesüßte Getränke.
    • Essen Sie möglichst wenig hochverarbeitete Lebensmittel.
  • Bewegung: Bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag. Verbringen Sie möglichst wenig Zeit im Sitzen.
  • Ernährung: Setzen Sie vor allem Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst auf Ihren täglichen Speiseplan. Essen Sie möglichst wenig rotes Fleisch und vermeiden Sie verarbeitetes Fleisch.
  • Alkohol: Verzichten Sie auf alkoholische Getränke.
  • Stillen: Stillen Sie Ihr Baby so lange wie möglich.
  • Sonneneinstrahlung: Vermeiden Sie zu viel Sonnenstrahlung, insbesondere bei Kindern. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz. Gehen Sie nicht ins Solarium.
  • Risikofaktoren für Krebs am Arbeitsplatz: Informieren Sie sich über Krebsrisikofaktoren bei der Arbeit und verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber, dass er Sie davor schützt. Befolgen Sie stets die Gesundheits- und Arbeitsschutzanweisungen an Ihrem Arbeitsplatz.
  • Radongas in Innenräumen: Informieren Sie sich mithilfe einer lokalen Radonkarte über die Radonkonzentration in Ihrer Region. Lassen Sie die Werte in Ihrem Zuhause von Fachpersonen messen und gegebenenfalls senken.
  • Luftverschmutzung: Reduzieren Sie aktiv die Belastung durch Luftverschmutzung
    • Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad, anstatt das Auto zu nehmen.
    • Suchen Sie sich verkehrsarme Strecken, wenn Sie zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder draußen Sport treiben.
    • Halten Sie Ihr Zuhause rauchfrei, indem Sie keine Brennstoffe wie Kohle oder Holz verheizen.
    • Fördern Sie Maßnahmen für eine bessere Luftqualität.
  • Krebsauslösende Infektionen:
    • Lassen Sie Mädchen und Jungen gegen das Hepatitis-B-Virus und das humane Papillomavirus (HPV) impfen, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
    • Nehmen Sie an Tests und Behandlungen gegen Hepatitis-B- und -C-Viren, das humane Immunschwächevirus (HIV) und Helicobacter pylori teil, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
  • Hormonersatztherapie: Wenn Sie sich nach einer ausführlichen Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt für eine Hormonersatztherapie (gegen Wechseljahrsbeschwerden) entscheiden, sollten Sie die Anwendung auf einen möglichst kurzen Zeitraum beschränken.
  • Bestehende Krebsvorsorgeprogramme: Nehmen Sie an den in Ihrem Land empfohlenen bestehenden Krebsvorsorgeprogrammen für folgende Krebsarten teil:
    • Brustkrebs
    • Darmkrebs
    • Gebärmutterhalskrebs