Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Vorteile der Hausarztzentrierten Versorgung

Eine neue Auswertung der Goethe-Universität Frankfurt und des Universitätsklinikums Heidelberg zeigt, dass die Hausarztzentrierte Versorgung in Baden-Württemberg zu einer Entlastung des Notfallsystems und zu besseren Patient:innen-Outcomes führte.

Die Evaluationsergebnisse belegen eine signifikant geringere Inanspruchnahme des organisierten Notfalldienstes sowie des Notfallsystems in der hausarztzentrierten Versorgungs-Gruppe im Vergleich zur Regelversorgung, was insbesondere während der Pandemie mit einer messbaren Entlastung dieser Versorgungsstrukturen einherging. Zudem zeigt die Evaluation:

  • bessere Versorgungssteuerung (Hausarzt als Gate-Keeper),
  • intensivere Patientenbetreuung,
  • fortwährend bessere Versorgung chronisch Erkrankter,
  • in Verbindung mit der Teilnahme am Facharztprogramm geringere Komplikationsraten (z. B. bei Diabetes, Herzinsuffizienz, KHK),
  • weniger vermeidbare Krankenhausaufenthalte,
  • wirtschaftlichere Versorgung durch frühzeitige Intervention,
  • deutlich höhere Impfquoten bei Influenza und anderen impfpräventablen Erkrankungen.
  • weniger Verordnungen potenziell ungeeigneter Medikamente insbesondere für ältere Menschen ab 65 Jahren

In Baden-Württemberg wurde mit der hausarztzentrierten Versorgung ein Primärversorgungsmodell etabliert, dessen zentraler Erfolgsfaktor in der gezielten Steuerung der Patientenversorgung liegt. Die vorliegenden Ergebnisse belegen sowohl eine höhere Versorgungsqualität als auch eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und tragen damit wesentlich zur nachhaltigen Stärkung der Hausarztpraxis bei.