Die Evaluationsergebnisse belegen eine signifikant geringere Inanspruchnahme des organisierten Notfalldienstes sowie des Notfallsystems in der hausarztzentrierten Versorgungs-Gruppe im Vergleich zur Regelversorgung, was insbesondere während der Pandemie mit einer messbaren Entlastung dieser Versorgungsstrukturen einherging. Zudem zeigt die Evaluation:
- bessere Versorgungssteuerung (Hausarzt als Gate-Keeper),
- intensivere Patientenbetreuung,
- fortwährend bessere Versorgung chronisch Erkrankter,
- in Verbindung mit der Teilnahme am Facharztprogramm geringere Komplikationsraten (z. B. bei Diabetes, Herzinsuffizienz, KHK),
- weniger vermeidbare Krankenhausaufenthalte,
- wirtschaftlichere Versorgung durch frühzeitige Intervention,
- deutlich höhere Impfquoten bei Influenza und anderen impfpräventablen Erkrankungen.
- weniger Verordnungen potenziell ungeeigneter Medikamente insbesondere für ältere Menschen ab 65 Jahren
In Baden-Württemberg wurde mit der hausarztzentrierten Versorgung ein Primärversorgungsmodell etabliert, dessen zentraler Erfolgsfaktor in der gezielten Steuerung der Patientenversorgung liegt. Die vorliegenden Ergebnisse belegen sowohl eine höhere Versorgungsqualität als auch eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und tragen damit wesentlich zur nachhaltigen Stärkung der Hausarztpraxis bei.