Die App enthalte Informationen aus der Transplantationsvorbereitung und Nachsorge, häufige Fragen sowie Fragebögen zu Lebensqualität, Ängsten und Selbstmanagement, berichtete Hanna Bernögger, Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Sonderausbildung Advanced Practice Nurse, bei der Pressekonferenz am Montag in Innsbruck. Zudem könnten Patient:innen physiotherapeutische Übungen über die Anwendung abrufen und würden aktiv bei der Einnahme von Medikamenten unterstützt.
Auch Fragen an das Behandlungsteam könne man über eine Chatfunktion richten, die App stelle aber kein Opfer- oder Alarmierungssystem dar. "Antworten erfolgen innerhalb von 20 bis 30 Stunden, meist früher", so Bernögger. Rund 27 Patient:innen würden die App derzeit nutzen. Wissenschaftlich ausgewertete Ergebnisse liegen indes noch nicht vor. Erste Rückmeldungen deuteten laut Behandlungsteam jedoch auf eine gute Annahme der App hin.
"Eine Lebertransplantation ist viel mehr als nur ein chirurgischer Eingriff", meinte Thomas Resch, Oberarzt an der Universitätsklinik für Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie. Vor und nach der Operation seien viele Betroffene mit Aufregung und Unsicherheiten sowie umfangreichen Informationen konfrontiert: "Mit diesem Tool haben wir die Möglichkeit, hier auszugleichen und auf bestehende Ängste zu reagieren." Rund 70 bis 80 Lebertransplantationen würden jährlich am Innsbrucker Transplantationszentrum durchgeführt, hieß es.
"Digital vor ambulant vor stationär - wir sagen das nicht nur, sondern wir machen es", betonte Tirols Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP). Sie verwies damit auf die Strategie des Landes, um den steigenden Druck auf das heimische Gesundheitssystem zu senken. Weiters würden auch die topografischen Gegebenheiten Tirols und damit verbundene längere Wege zu medizinischen Einrichtungen diese Entwicklung erfordern. Digitale Angebote könnten die Betreuung außerhalb der Klinik gut ergänzen.