In der vergangenen Saison lag die Influenza-Durchimpfungsrate bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren bei 23 %. Bei den 2- bis 17-Jährigen betrug sie 12 %. Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren wiesen mit 7,3 % die niedrigste Impfquote auf. In der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen lag die Durchimpfung bei 14,6 %, bei den über 65-Jährigen bei 24,4 %.
Internationale Vergleiche zeigen deutlich höhere Impfquoten, insbesondere bei älteren Personen. In Ländern wie Dänemark und Großbritannien werden Raten von 70–80 % erreicht. Erfolgsfaktoren sind unter anderem finanzielle Anreizsysteme für Ärzt:innen sowie niedrigschwellige Impfangebote. Daraus ergibt sich eine zentrale gesundheitspolitische Forderung: Die Impfleistung sollte stärker proaktiv zur Zielgruppe gebracht werden.
In Österreich ist zwar ein kontinuierlicher Anstieg der Impfraten zu beobachten, allerdings bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede sowohl zwischen Altersgruppen als auch regional. Bei Kindern hat sich insbesondere die Einführung der nasalen Lebendimpfstoff-Vakzine als effektiv erwiesen. Der Wegfall des Selbstbehalts für die Influenza-Impfung wirkte sich ebenfalls positiv auf die Inanspruchnahme aus.
Aus infektiologischer Sicht sind zwei Zielgruppen prioritär:
- Kinder als wesentliche Treiber der Transmission
- Ältere Menschen aufgrund des erhöhten Risikos für schwere Verläufe und Komplikationen
Epidemiologisch zeigen sich etwa zwei Wochen nach Beginn der Influenzawelle regelmäßig steigende Hospitalisierungen, insbesondere infolge von Pneumonien.
Im Bereich der Vakzinversorgung nimmt die Verfügbarkeit von adjuvierten Influenza-Impfstoffen für ältere Personen langsam zu, wenngleich weiterhin ein Teil dieser Population mit Standardimpfstoffen immunisiert wird. Hochdosierte und adjuvierte Vakzinen bieten aber in dieser Altersgruppe eine verbesserte Immunantwort.
Im letzten Jahr gab es organisatorische Herausforderungen, insbesondere im Bestellprozess über die Bundesbeschaffungsagentur sowie bei der Dokumentation. Aus der Praxis wird berichtet, dass der Bestellzugang zeitweise eingeschränkt war. Vorschläge zur Optimierung umfassen u. a. die automatische Reservierung eines Großteils der im Vorjahr bestellten Mengen für impfstarke Ordinationen sowie flexiblere Nachbestellmöglichkeiten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Patientenaufklärung. Eine frühzeitige, zielgerichtete Information der Bevölkerung könnte die Impfbereitschaft erhöhen. In diesem Zusammenhang wird auch eine Ausweitung der Aufklärungskompetenzen auf Pflegepersonen diskutiert, da diese derzeit zwar impfen, aber keine formale Aufklärungsbefugnis haben.
Weltweit werden jährlich etwa eine Milliarde Influenza-Infektionen registriert. 3–5 Millionen Fälle verlaufen schwer, und es kommt zu rund 300.000 bis 650.000 Todesfällen.