Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Neue Entwicklungen in der Therapie schwerer Arrhythmien

Im März 2026 wurde an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II in Kooperation mit der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie des AKH Wien und der Medizinischen Universität Wien erstmals in Österreich ein minimal-invasives Verfahren zur Therapie einer potenziell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung erfolgreich durchgeführt.

Laut MedUni Wien stellt dies ein bedeutenden Fortschritt in der Therapie komplexer Arrhythmien dar, insbesondere bei Patient:innen mit ventrikulären Tachykardien, bei denen konventionelle katheterbasierte Ablationen an ihre Grenzen stoßen. Durch die Kombination zweier komplementärer Techniken – der minimal-invasiven Thorakoskopie mit der katheterbasierten elektrophysiologische Ablation – können sowohl die äußeren als auch die inneren Schichten des Myokards gezielt erreicht und arrhythmogene Substrate effektiv behandelt werden.

Über minimal-invasive thorakoskopische Zugänge zwischen den Rippen wurde die Herzoberfläche direkt visualisiert und behandelt. Parallel erfolgte eine elektrophysiologische Katheterablation im Endokard, wodurch eine präzise Verödung der arrhythmieauslösenden Myokardareale möglich wurde. Im Vergleich zu konventionellen offen-chirurgischen Verfahren bietet dieser Hybridansatz eine geringere Invasivität bei gleichzeitig erweiterter therapeutischer Reichweite.

Der Eingriff erweitert damit die Behandlungsmöglichkeiten für Patient:innen mit therapierefraktären ventrikulären Tachykardien. Erste Erfahrungen zeigen das Potenzial dieses Ansatzes als sichere und effektive Ergänzung im interdisziplinären Management schwerer Herzrhythmusstörungen.