Die meisten möglichen Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln von Cholesterinsenkern sind nicht belegt, zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse.
Die Forscher:innen werteten 19 placebokontrollierte Studien aus und untersuchten, inwieweit die auf den Beipackzetteln angegebenen Nebenwirkungen tatsächlich auf die Einnahme der fünf Statinpräparaten, Atorvastatin, Fluvastatin, Pravastatin, Rosuvastatin und Simvastatin, zurückzuführen waren.
Eine bekannte Nebenwirkung der Statintherapie ist die Myopathie beziehungsweise deren schwerere Form, die Rhabdomylose. Statine sind außerdem mit einem moderaten dosisabhängigen Anstieg neuer Diabetesdiagnosen assoziiert. Nur vier der 66 möglichen weiteren Nebenwirkungen wurden gefunden. So ließen sich Veränderungen der Urinzusammensetzung, Ödeme, abnormale Leberenzymwerte und Abweichungen in der Leberfunktion belegen. Kein Zusammenhang könnte derweil bei vielen anderen möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depression, sexuelle Funktionsstörungen oder Schlafstörungen nachgewiesen werden.
Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Statinen ist günstig, darüber besteht ein Konsens unter Fachleuten. Aus Angst vor Nebenwirkungen brechen Patient:innen aber Therapien oft ab oder beginnen sie erst gar nicht. Den Autor:innen der Studie zufolge sind diese Sorgen unbegründet, die wird von der Meta-Analyse unterstützt.
Arzneimittelhersteller sind gesetzlich dazu verpflichtet, vor allem aus Haftungsgründen, alle bekannten möglichen Nebenwirkungen, die bei Einnahme eines Medikaments auftreten, in den Packungsbeilagen mit Häufigkeiten anzugeben. Eine Kausalität muss hierbei nicht belegt sein. Es handelt sich also vielmehr um Verdachts- und nicht um Beweisangaben.