Unter dem Motto "Nebenwirkungen nicht ignorieren, sondern melden" findet von 2. bis 8. November die internationale MedSafetyWeek 2026 statt. In Österreich beteiligen sich die AGES, und das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) an der Initiative. Ziel der Aktionswoche ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Nebenwirkungsmeldungen zu stärken.
Arzneimittel retten Leben und verbessern die Gesundheit von Millionen Menschen. Dennoch können unerwünschte Wirkungen auftreten. Manche Nebenwirkungen zeigen sich unmittelbar nach der Anwendung, andere entwickeln sich erst nach längerer Einnahme oder bleiben zunächst unbemerkt und fallen lediglich durch Veränderungen von Laborwerten auf.
"Die Sicherheit eines Arzneimittels endet nicht mit der Zulassung. Erst danach wird es im Alltag von sehr vielen Menschen angewendet, und manches, was in klinischen Studien nicht sichtbar war, zeigt sich erst in dieser breiten Anwendung. Deshalb brauchen wir die Beobachtungen von Patient:innen, Ärzt:innen und Apotheker:innen", betont AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner. Eine Meldung von Nebenwirkungen sei kein Vorwurf gegenüber einem Arzneimittel oder einer Therapie, sondern ein wichtiger Beitrag zur Patientensicherheit.
Für die Pharmakovigilanz spielen Meldungen aus der Versorgungspraxis eine zentrale Rolle. Sie können dazu beitragen, bislang unbekannte Risiken frühzeitig zu erkennen, Risikofaktoren für bekannte Nebenwirkungen zu identifizieren und neue Sicherheitssignale sichtbar zu machen. Entsprechende Verdachtsfälle können nicht nur von Ärzt:innen und Apotheker:innen, sondern auch von Patient:innen oder deren Angehörigen gemeldet werden. Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen können jederzeit über das Online-Meldeportal des BASG eingereicht werden: https://nebenwirkung.basg.gv.at/.
Die beim BASG eingehenden Verdachtsmeldungen werden fachlich bewertet und an die europäische Nebenwirkungsdatenbank der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) weitergeleitet. Die Auswertung dieser Daten kann zu Maßnahmen wie zusätzlichen Sicherheitsinformationen für medizinisches Fachpersonal, Anpassungen der Fach- und Gebrauchsinformation oder geänderten Anwendungsempfehlungen führen.
An der MedSafetyWeek beteiligen sich mehr als 130 Organisationen aus über 120 Ländern. Koordiniert wird die Kampagne vom Uppsala Monitoring Centre, einem Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO).