Hausärzt:in 02/2024

Gesundheitsbericht: Lebenserwartung, Chronische Erkrankungen und Gesundheitsungleichheit

Der 2. österreichische Gesundheitsbericht, veröffentlicht vom Gesundheitsministerium, bietet Einblicke in steigende Lebenserwartung, Auswirkungen von COVID-19 sowie die Prävalenz chronischer Erkrankungen und beleuchtet sozioökonomische Unterschiede.

Der 2. österreichische Gesundheitsbericht, veröffentlicht vom Gesundheitsministerium, zeigt, dass die Lebenserwartung von Männern (2005-2019) um 2,9 auf 79,5 Jahre stieg, bei Frauen um 2,0 auf 84,2 Jahre. Aufgrund der COVID-19-Pandemie sank die Lebenserwartung 2020 und 2021 bei Männern um 0,7 Jahre, bei Frauen um 0,5 Jahre.

Knapp 66 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren leiden an chronischen Erkrankungen. Diese resultieren hauptsächlich aus einem ungesunden Lebensstil, wie mangelnder Bewegung, unausgewogener Ernährung, sowie Alkohol- und Nikotinkonsum. Zu den häufigsten Krankheiten zählen chronische Rückenschmerzen (26 %), Allergien (20 %), chronische Nackenschmerzen (20 %), Arthrose (13 %), chronische Kopfschmerzen (8 %), Diabetes (6 %), Depression (6 %), chronische Bronchitis / COPD (5 %) und Asthma (4 %).

Insgesamt führen chronische Erkrankungen dazu, dass Frauen derzeit 19,5 und Männer 16,4 Lebensjahre in mittelmäßiger bis schlechter Gesundheit verbringen. Männliche Neugeborene können seit 2019 mit 63,1 Jahren, weibliche Neugeborene mit 64,7 Lebensjahren in guter Gesundheit rechnen, ein Anstieg von über 7 Jahren seit 1991.

Die Studie betont den starken Einfluss von Einkommen und Bildung auf die Gesundheit. Personen mit Pflichtschulabschluss haben eine Lebenserwartung von 76,7 bzw. 82,7 Jahren, im Vergleich zu Personen mit Matura oder höherem Bildungsabschluss (83,2 bzw. 86,4 Jahren). Dieser Unterschied resultiert vor allem aus einem ungünstigen Lebensstil, benachteiligter Lebenssituation und geringer Inanspruchnahme von Früherkennung und medizinischer Versorgung. Vorsorgeuntersuchungen nutzen derzeit nur etwa 15 Prozent der Bevölkerung, mit leicht steigender Tendenz.

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