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Ärzt:in Assistenz 2026

Kinderhirntumoren: Hoffnung durch Forschung

Anlässlich des "Golden September", des internationalen Awareness-Monats für Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter, informiert die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde von MedUni Wien und AKH Wien über aktuelle Entwicklungen in der Hirntumorforschung sowie die Bedeutung einer interdisziplinären Versorgung junger Patient:innen.

Weltweit erkranken jährlich rund 400.000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Trotz erheblicher Fortschritte in der pädiatrischen Onkologie bleiben Hirntumoren die häufigste krebsbedingte Todesursache in dieser Altersgruppe. Wesentlich zum besseren Verständnis dieser Erkrankungen beigetragen hat die Erkenntnis, dass Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter mehr als 100 unterschiedliche Tumorentitäten umfassen. Prognose und Therapie werden heute maßgeblich durch Tumorart, Lokalisation und molekulare Charakteristika bestimmt. Dennoch bleibt die Prognose bei bestimmten Subgruppen ungünstig. Die 5-Jahres-Überlebensrate für pädiatrische Hirntumoren liegt in Europa und Nordamerika insgesamt bei etwa 75 bis 80 %. Hinter diesem Durchschnittswert verbergen sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Entitäten. Während niedriggradige Gliome langfristige Überlebensraten von über 90 % erreichen können, zählen hochgradige Gliome und diffuse intrinsische Ponsgliome (DIPG) weiterhin zu den prognostisch ungünstigsten Tumorerkrankungen des Kindesalters mit einer mittleren Überlebenszeit von etwa zwölf Monaten.

Der Forschungsbedarf ergibt sich jedoch nicht nur aus der Mortalität, sondern auch aus den oftmals erheblichen Langzeitfolgen der Erkrankung und ihrer Behandlung. Aktuelle Forschungsansätze konzentrieren sich auf die Präzisionsmedizin. Ziel ist es, die molekularen und biologischen Eigenschaften individueller Tumoren besser zu charakterisieren und daraus personalisierte Therapieansätze abzuleiten.

Die MedUni Wien koordiniert z.B. Studien, in deren Rahmen Kinder und Jugendliche mit rezidivierten Medulloblastomen und anderen Tumorentitäten behandelt werden. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen besonders aggressive Hirntumorformen sowie die Entwicklung innovativer präklinischer Tumormodelle zur gezielten Evaluierung neuer Therapieansätze. Darüber hinaus rücken Liquid-Biopsy-Verfahren zunehmend in den Fokus, um Tumormarker aus Körperflüssigkeiten für Diagnostik, Krankheitscharakterisierung und Monitoring nutzbar zu machen. Aufgrund der zentralen Bedeutung des Gehirns als betroffenes Organ stellt auch die Untersuchung neuropsychologischer Folgen einen wesentlichen Forschungsbereich dar.

Die Behandlung pädiatrischer Hirntumoren erfordert aufgrund ihrer biologischen und klinischen Komplexität eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde von MedUni Wien und AKH Wien wurde hierfür das international anerkannte Hirntumorzentrum für Kinder und Jugendliche eingerichtet, das von Johannes Gojo koordiniert wird. In diesem Zentrum arbeiten Expert:innen aus Kinderonkologie, Neurochirurgie, Radiologie, Radioonkologie, Neuropathologie, Klinischer Psychologie und weiteren Disziplinen in einem integrierten Versorgungsmodell zusammen, um Diagnostik, Therapie und Nachsorge individuell abzustimmen. Denn neben der Tumorkontrolle steht auch die langfristige Gesundheit, die Entwicklung und die Lebensqualität der Patient:innen im Mittelpunkt.