Hausärzt:in 7-8/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Hypertoniebehandlung als Baustein der Demenzprävention

Eine intensive Blutdruckkontrolle könnte einen Beitrag zur Demenzprävention leisten. Darauf weisen aktuelle Studiendaten hin, die beim ESC-Kongress in München präsentiert wurden.

Eine intensive Blutdruckkontrolle könnte nicht nur kardiovaskuläre Ereignisse verhindern, sondern auch das Demenzrisiko senken. Darauf deuten die Ergebnisse des China Rural Hypertension Control Program (CRHCP) hin, die beim ESC-Kongress 2026 vorgestellt wurden.

In die cluster-randomisierte Studie wurden knapp 34.000 Erwachsene aus 326 Dörfern im ländlichen China eingeschlossen. Teilnehmen konnten Personen ab 40 Jahren mit arterieller Hypertonie beziehungsweise erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Speziell geschulte nichtärztliche Gesundheitsfachkräfte leiteten in der Interventionsgruppe eine strukturierte antihypertensive Therapie mit einem Zielblutdruck von unter 130/80 mmHg ein und passten diese nach einem Stufenschema an. Die Betreuung erfolgte unter ärztlicher Supervision.

Nach sieben Jahren war der systolische Blutdruck in der Interventionsgruppe um durchschnittlich 17,6 mmHg gesunken, verglichen mit 2,4 mmHg unter üblicher Versorgung. Gleichzeitig zeigte sich eine 15 % Reduktion der Demenzinzidenz (8,85 % vs. 10,55 %). Zudem war das Risiko für eine kognitive Beeinträchtigung ohne Demenz um 13 % geringer. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten ebenfalls etwas seltener auf als in der Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse liefern damit weitere Hinweise, dass eine konsequente Blutdruckeinstellung langfristig über die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinausgehen und auch zum Erhalt der kognitiven Gesundheit beitragen könnte. Nach Einschätzung der Studienautor:innen unterstützen die Daten die Integration strukturierter Hypertonieprogramme in die Primärversorgung als potenzielle Strategie zur Demenzprävention.