Der CHMP hat eine positive Stellungnahme für Povorcitinib zur Behandlung der aktiven mittelschweren bis schweren Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) bei Erwachsenen abgegeben. Charakteristisch für die Hidradenitis suppurativa sind wiederkehrende entzündliche Knoten, Abszesse und ausgeprägte Narbenbildungen, die mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden sein können. Die Empfehlung betrifft Patient:innen, die auf eine Anti-TNF-Therapie unzureichend angesprochen haben, diese nicht vertragen oder bei denen eine entsprechende Behandlung kontraindiziert ist.
Mit Povorcitinib könnte erstmals ein oral verfügbarer, einmal täglich einzunehmender Januskinase-1-(JAK1)-Inhibitor für diese Patient:innengruppe zur Verfügung stehen. Der Wirkstoff hemmt JAK1-abhängige Signalwege proinflammatorischer Zytokine, darunter IL-2, IL-6 und IL-22, und reduziert dadurch die für die Erkrankung charakteristische Haut- und Systementzündung.
In den Zulassungsstudien führte Povorcitinib bei vorbehandelten Patient:innen zu einer signifikanten Reduktion entzündlicher Hautläsionen und der krankheitsassoziierten Schmerzsymptomatik im Vergleich zu Placebo. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählten Infektionen der oberen Atemwege, Follikulitis, Harnwegsinfektionen, Hyperlipidämie, Kopfschmerzen, Akne sowie erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte.
Die CHMP-Empfehlung erweitert damit das therapeutische Spektrum für eine Patient:innengruppe mit hohem Leidensdruck und bislang begrenzten Behandlungsoptionen nach Versagen einer Anti-TNF-Therapie.