Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

FDA: US-Zulassung für erste Abnehmtablette

Der orale GLP-1-Rezeptoragonist Orforglipron wurde von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zugelassen. Die Anwendung ist indiziert bei erwachsenen Patient:innen mit Adipositas sowie bei Übergewicht in Kombination mit mindestens einer gewichtsassoziierten Komorbidität. Zusätzlich zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität. 

Im Gegensatz zu den bislang verfügbaren GLP-1-Rezeptoragonisten mit peptidischer Struktur handelt es sich bei Orforglipron um einen nicht-peptidischen, oral bioverfügbaren GLP-1-Rezeptoragonisten.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie ATTAIN-1. In dieser Studie wurde Orforglipron bei über 3.100 erwachsenen Patient:innen mit Adipositas bzw. Übergewicht und mindestens einer gewichtsassoziierten Komorbidität ohne Diabetes mellitus untersucht. Nach 72 Wochen erreichten alle geprüften Dosierungen den primären Endpunkt einer signifikant überlegenen Gewichtsreduktion gegenüber Placebo. Unter der höchsten Dosis (36 mg einmal täglich) betrug der mittlere Gewichtsverlust 11,2 %. In den Dosierungsarmen mit 12 mg bzw. 6 mg täglich lag die mittlere Gewichtsreduktion bei 11,2 % bzw. 8,4 %, während in der Placebogruppe ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 2,1 % beobachtet wurde.

Ein wesentlicher Vorteil von Orforglipron ist die einmal tägliche orale Applikation. Die empfohlene Initialdosis beträgt 0,8 mg einmal täglich und sollte im Abstand von jeweils mindestens 30 Tagen stufenweise auf 2,5 mg und anschließend auf 5,5 mg gesteigert werden. In Abhängigkeit von Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis in weiteren Schritten (jeweils ≥30 Tage) auf 9 mg, 14,5 mg und maximal 17,2 mg erhöht werden.

Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählen gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Obstipation, Diarrhö, Erbrechen und Dyspepsie. Darüber hinaus wurden u. a. abdominale Schmerzen, Kopfschmerzen, Fatigue, Meteorismus, Aufstoßen, gastroösophagealer Reflux sowie Alopezie berichtet.

Ein Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für die Indikationen Adipositas und Typ-2-Diabetes mellitus wurde bereits eingereicht. Darüber hinaus wird Orforglipron derzeit in weiteren Indikationen untersucht, darunter obstruktive Schlafapnoe, Gonarthrose, arterielle Hypertonie, periphere arterielle Verschlusskrankheit sowie Belastungsinkontinenz.