Hausärzt:in 6/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Erstes Ranibizumab-Implantat vor EU-Zulassung

Die EMA hat die Zulassung eines Ranibizumab-Implantats zur Behandlung von Erwachsenen mit neovaskulärer (feuchter) altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) empfohlen. Die Anwendung erfolgt über ein chirurgisch implantiertes, nachfüllbares okuläres Abgabesystem, das eine kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffs ermöglicht.

Die AMD ist eine chronisch progrediente Erkrankung der Makula und zählt zu den häufigsten Ursachen für einen Verlust des zentralen Sehvermögens bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Die nAMD stellt die fortgeschrittene, exsudative Form der Erkrankung dar und kann unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zu einem erheblichen Sehverlust führen.

Susvimo® (Ranibizumab) ist zur Behandlung von Erwachsenen mit stabiler nAMD vorgesehen. Die Therapie erfolgt über ein chirurgisch eingesetztes, nachfüllbares okuläres Implantat und ist für Patient:innen geeignet, deren Erkrankung unter einer vorherigen intravitrealen Anti-VEGF-Therapie stabilisiert wurde.

Ranibizumab-haltige Arzneimittel sind in der Europäischen Union seit 2007 zur Behandlung der nAMD zugelassen. Die Standardtherapie erfordert wiederholte intravitreale Injektionen, in der Regel in vierwöchigen Intervallen. Der damit verbundene Behandlungs- und Kontrollaufwand kann die Adhärenz beeinträchtigen und sich negativ auf langfristige funktionelle Behandlungsergebnisse auswirken.
Jetzt wird erstmals in der EU ein okuläres Implantatsystem zur Verfügung stehen, das Ranibizumab kontinuierlich freisetzt und nur alle sechs Monate nachgefüllt werden muss. Das System bietet damit eine Alternative zu häufigen intravitrealen Injektionen und könnte die Behandlungsbelastung für Patient:innen sowie für das Gesundheitssystem reduzieren.

Die Wirksamkeit und Sicherheit wurden in einer randomisierten Phase-III-Studie mit 415 Patient:innen mit nAMD untersucht. Das Implantatsystem erwies sich hinsichtlich der Aufrechterhaltung funktioneller und anatomischer Behandlungsergebnisse als vergleichbar mit einer monatlichen intravitrealen Ranibizumab-Gabe. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählten Iritis, konjunktivale Blasenbildung bzw. Filterkissenleck, Katarakt, Glaskörpertrübungen, Bindehautblutungen, konjunktivale Hyperämie, okuläre Schmerzen sowie Kopfschmerzen.