Elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) werden weltweit von geschätzt 129 Millionen Menschen genutzt. Sie wurden als potenziell weniger schädliche Alternative zu Tabakzigaretten entwickelt und erzeugen durch Erhitzen einer Flüssigkeit ein Aerosol, das meist Nikotin, Propylenglykol, pflanzliches Glycerin und Aromastoffe enthält. Obwohl E-Zigaretten als deutlich weniger toxisch gelten als Tabakzigaretten, bleibt ihre Rolle bei der Tabakentwöhnung und Schadensminimierung umstritten. Zudem rücken mögliche kardiovaskuläre und metabolische Auswirkungen zunehmend in den Fokus der Forschung.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse untersuchte den Zusammenhang zwischen E-Zigarettenkonsum und Diabetes mellitus, Prädiabetes sowie Insulinresistenz. In die Analyse wurden zehn Studien mit insgesamt mehr als 2,8 Millionen Teilnehmer:innen eingeschlossen, darunter neun Querschnittsstudien und eine prospektive Kohortenstudie.
Für Prädiabetes zeigten sich gegenüber Personen ohne E-Zigarettenkonsum erhöhte Odds Ratios sowohl bei ausschließlichen E-Zigaretten-Nutzer:innen (OR 1,34) als auch bei Dual Usern, die sowohl E-Zigaretten als auch Tabakzigaretten konsumierten (OR 1,26). Auch ehemalige Nutzer:innen wiesen leicht erhöhte Werte auf (OR 1,13). Für manifesten Diabetes fand sich dagegen kein signifikanter Zusammenhang bei ausschließlichem E-Zigarettenkonsum (OR 1,04) oder bei ehemaligen Nutzer:innen (OR 1,11). Eine signifikante Assoziation zeigte sich ausschließlich bei Dual Usern (OR 1,23).
Darüber hinaus war ausschließlicher E-Zigarettenkonsum in den Querschnittsdaten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Insulinresistenz assoziiert (OR 1,37). Die einzige eingeschlossene prospektive Kohortenstudie zeigte hingegen keinen Zusammenhang zwischen ausschließlichem E-Zigarettenkonsum und dem Risiko für einen neu auftretenden Typ-2-Diabetes (HR 0,88).
Die derzeit verfügbare Evidenz spricht nicht für einen Zusammenhang zwischen ausschließlichem E-Zigarettenkonsum und einem erhöhten Diabetesrisiko. Signifikante Assoziationen fanden sich lediglich bei Personen mit gleichzeitigem Konsum von E-Zigaretten und Tabakzigaretten. Die in Querschnittsstudien beobachteten Zusammenhänge mit Prädiabetes und Insulinresistenz erlauben aufgrund des Studiendesigns keine kausalen Schlussfolgerungen. Zur abschließenden Bewertung sind prospektive Studien mit längerer Nachbeobachtungszeit, objektiver Expositionsbestimmung und standardisierten metabolischen Endpunkten erforderlich.