Postoperative Schmerzen bezeichnet man als chronisch, wenn sie mindestens 3 Monate lang persistieren. Sie belasten Körper und Psyche. Außerdem sprechen die Betroffenen schlechter auf Therapien an.
Nach stationären Eingriffen treten chronische postoperative Schmerzen je nach Risikokonstellation, wie z.B: Anästhesiemethode oder Lokalisation mit einer Häufigkeit von 3 – 58 % auf.
Für die neue Studie wurden jetzt 9.618 Erwachsene in 199 Krankenhäusern im Vereinigten Königreich rekrutiert, die eine ambulante OP erhalten sollten. 95 % der OPs erfolgten elektiv. Davon waren 22 % allgemeinchirurgisch, 20 % orthopädisch, 16 % gynäkologisch und 14 % urologisch. Bei 92 % der Patient:innen erfolgte die OP in Allgemeinanästhesie.
Ein Ausschlusskriterium aus der Studie war eine ungeplante stationäre Aufnahme aufgrund von Komplikationen, was in 11,8 % aller Fälle auftrat. Die verbliebenen 7.839 Patient:innen erhielten an den Tagen 1, 3, 7 und 97 einen Fragebogen. Die Auswertung zeigte, dass 7,2 % der Teilnehmenden chronische postoperative Schmerzen hatten.
Eine Multivarianzanalyse identifizierte eine Reihe von Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung postoperativer chronischer Schmerzen assoziiert sind:
- Schmerzintensität in der Woche nach OP
- orthopädische, brustchirurgische und plastisch chirurgische OPs
- vorbestehende chronische Schmerzen außerhalb des Operationsgebiets
- soziale und ökonomische Deprivation (zum Beispiel geringes Einkommen, Arbeitslosigkeit, niedriger Bildungsstand)
- Nicht-weiße Menschen hatten ein höheres Risiko als weiße.
Die Autor:innen waren überrascht über die hohen Raten, da bei ambulanten Eingriffen eher schonende Operations- und Anästhesieverfahren verwendet werden.