Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Chronische Schmerzen nach ambulanter Operation

Eine neue Studie zeigt, dass nach einer ambulanten Operation in einem von 14 Fällen chronische Schmerzen neu auftreten oder sich verschlimmern.

Postoperative Schmerzen bezeichnet man als chronisch, wenn sie mindestens 3 Monate lang persistieren. Sie belasten Körper und Psyche. Außerdem sprechen die Betroffenen schlechter auf Therapien an. 

Nach stationären Eingriffen treten chronische postoperative Schmerzen je nach Risikokonstellation, wie z.B: Anästhesiemethode oder Lokalisation mit einer Häufigkeit von 3 – 58 % auf. 

Für die neue Studie wurden jetzt 9.618 Erwachsene in 199 Krankenhäusern im Vereinigten Königreich rekrutiert, die eine ambulante OP erhalten sollten. 95 % der OPs erfolgten elektiv. Davon waren 22 % allgemeinchirurgisch, 20 % orthopädisch, 16 % gynäkologisch und 14 % urologisch. Bei 92 % der Patient:innen erfolgte die OP in Allgemeinanästhesie.

Ein Ausschlusskriterium aus der Studie war eine ungeplante stationäre Aufnahme aufgrund von Komplikationen, was in 11,8 % aller Fälle auftrat. Die verbliebenen 7.839 Patient:innen erhielten an den Tagen 1, 3, 7 und 97 einen Fragebogen. Die Auswertung zeigte, dass 7,2 % der Teilnehmenden chronische postoperative Schmerzen hatten.

Eine Multivarianzanalyse identifizierte eine Reihe von Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung postoperativer chronischer Schmerzen assoziiert sind:

  • Schmerzintensität in der Woche nach OP
  • orthopädische, brustchirurgische und plastisch chirurgische OPs
  • vorbestehende chronische Schmerzen außerhalb des Operationsgebiets
  • soziale und ökonomische Deprivation (zum Beispiel geringes Einkommen, Arbeitslosigkeit, niedriger Bildungsstand)
  • Nicht-weiße Menschen hatten ein höheres Risiko als weiße.

Die Autor:innen waren überrascht über die hohen Raten, da bei ambulanten Eingriffen eher schonende Operations- und Anästhesieverfahren verwendet werden.