Akne ist eine der häufigsten Krankheiten, schätzungsweise 85 % der Jugendlichen sind betroffen, teilweise mit erheblichen Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls. Die Behandlung von Acne vulgaris mit dem neuen Medikament, Winlevi, ist bereits seit einiger Zeit in den USA und Großbritannien möglich. Bei einer ersten Prüfung im Frühjahr hatte die EMA eine Zulassung des Medikaments für Jugendliche jedoch noch angelehnt. Sie befürchteten schädliche hormonelle Nebenwirkungen. Daraufhin legte das Pharmaunternehmen ein neues Dossier mit einer eingehenden klinischen Bewertung von Dermatolog:innen und Endokrinolog:innen vor.
Winlevi wird als Creme, mit dem Wirkstoff Clascoteron, angeboten. Dies ist ein Androgenrezeptor-Inhibitor, der die Wirkung von Androgenen in menschlichen Talgdrüsenzellen hemmt. Die Inhibition führt zu einer reduzierten Sebumproduktion und einer geringeren Ansammlung entzündlicher Mediatoren, die an der Entstehung von Akne beteiligt sind. Nach drei Monaten zweimal täglicher Anwendung im Gesicht erreichten 19,5 % der Patient:innen mit Winlevi eine klare oder nahezu klare Haut, gegenüber 7,7 % in der Placebogruppe. Bei moderater Akne lag die Erfolgsrate bei 18,9 %, bei schwerer Akne bei 10,4 %. Als häufigste Nebenwirkungen wurden dabei von lokalen Hautreaktionen wie Rötung, Trockenheit/Schuppung, Juckreiz sowie Brennen oder Stechen an der Auftragsstelle berichtet.
Bei Erwachsenen ist Winlevi laut Indikation zur Behandlung von Acne vulgaris vorgesehen. Bei Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren beschränkt sich die Indikation auf Acne vulgaris im Gesicht. Außerdem sollte die Behandlung von Ärzt:innen mit Erfahrung in der Aknetherapie eingeleitet und überwacht werden.