Hausärzt:in 03/2026
Ärzt:in Assistenz 2025
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Grauer Star, diabetische Retinopathie & Co.: Relevantes Wissen für die Ordinationsassistenz

Wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt in Zusammenhang mit dem Auge ebenfalls: Häufig lassen sich oft behandeln bzw. korrigieren.
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Augenerkrankungen zählen in Österreich zu den häufigsten chronischen Gesundheitsproblemen. Die steigende Lebenserwartung sowie die zunehmende Verbreitung systemischer – also nicht auf ein einzelnes Organ begrenzter – Erkrankungen wie Diabetes mellitus führen dazu, dass Sehbeeinträchtigungen und Augenbeschwerden im Ordinationsalltag eine immer größere Rolle spielen. 
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Zu den am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen gehört die Katarakt, auch Grauer Star genannt. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Trübung der natürlichen Augenlinse, die in den meisten Fällen altersbedingt entsteht. Die Linsenproteine verändern sich über die Jahre, verklumpen oder verdichten sich, wodurch die Linse an Transparenz verliert. Dieser Prozess kann durch äußere Einflüsse wie intensive Sonnenbestrahlung, Rauchen oder UV-Exposition beschleunigt werden. Auch systemische Faktoren wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder die langfristige Einnahme von Kortikosteroiden (entzündungshemmenden Hormonen) erhöhen das Risiko. Klinisch äußert sich die Katarakt durch zunehmend unscharfes Sehen, das sich über Wochen und Monate verschlechtert, verstärkte Blendempfindlichkeit bei Sonnenlicht oder Scheinwerferlicht sowie eine abnehmende Kontrastwahrnehmung. Farben erscheinen matter, das Lesen fällt schwerer oder ungewöhnlicherweise plötzlich für einige Zeit leichter als zuvor, und viele Patient:innen berichten, dass sie häufiger eine neue Brille benötigen. Die Therapie besteht in einer mikrochirurgischen Operation, bei der die trübe Linse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt wird. Diese Eingriffe zählen zu den häufigsten chirurgischen Maßnahmen in Österreich und weisen, je nach Schwierigkeitsgrad (Ausprägung und Begleiterkrankungen), eine sehr hohe Erfolgsquote auf, sodass Patient:innen in den meisten Fällen nach kurzer Erholungsphase wieder klare Sicht haben.