Hausärzt:in 09/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Prävention beginnt im Team

Comic von Ordinationsassitent:innen
Mit klaren Standards, guter Kommunikation und einem gesunden Team Risiken im Praxisalltag minimieren.
© Aldo / stock.adobe.com
Prävention ist in der Ordination längst mehr als Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Sie beginnt dort, wo Patient: innen sie nicht sehen: im Team. Denn eine sichere, gut organisierte Ordination entsteht nicht zufällig – sie ist das Ergebnis einer gelebten Präventionskultur.
Medizinische Expertise
Kathrin Zhuber

Kathrin Zhuber, MBA (Gründerin von DOC-N-ROLL Healthcare Management (spezialisiertes Dienstleistungsservice für niedergelassene Ärzt:innen bzw. Therapeut:innen))

www.doc-n-roll.at

Wer an Prävention denkt, sollte deshalb nicht nur den Schutz der Patient:innen im Blick haben, sondern auch den Schutz der Mitarbeitenden und die Wahrung der täglichen Abläufe. Diese drei Bereiche greifen unmittelbar ineinander. Ein gesundes Team arbeitet konzentrierter, kommuniziert besser und macht weniger Fehler. Davon profitieren letztlich alle.

Prävention beginnt bereits bei den Arbeitsbedingungen. Ergonomische Arbeitsplätze, ausreichend Bewegungsfreiheit, geplante Pausen und ein bewusster Umgang mit psychischen Belastungen sind keine Extras, sondern wichtige Voraussetzungen, um Überlastung und krankheitsbedingte Ausfälle zu vermeiden.

Ebenso selbstverständlich sollte die Unfallprävention sein. Stolperfallen, falsch gelagerte Materialien, Nadelstichverletzungen oder falsches Heben gehören zu den häufigsten Risiken im Praxisalltag – und lassen sich durch klare Standards oft mit einfachen Maßnahmen reduzieren.

Auch die Infektionsprävention bleibt ein zentraler Bestandteil der Patient:innensicherheit. Konsequente Händehygiene, Flächendesinfektion, korrekt aufbereitete Instrumente, geeignete Schutzkleidung und ein aktueller Impfstatus von jedem Teammitglied bilden die Grundlage für einen sicheren Ordinationsbetrieb.

Doch Prävention endet nicht bei Hygiene und Arbeitsschutz. Viele Fehler entstehen durch Missverständnisse oder unklare Abläufe. Klare Zuständigkeiten, strukturierte Übergaben, Standard Operating Procedures (SOPs), Checklisten und regelmäßige Schulungen schaffen Orientierung und geben Sicherheit – gerade dann, wenn es hektisch wird. Ebenso wichtig sind ein professioneller Umgang mit schwierigen Patient:innen und definierte Eskalationswege, damit Konflikte nicht unnötig entgleisen.

Fazit: Prävention ist keine zusätzliche Aufgabe im Ordinationsalltag – sie ist die Grundlage dafür, dass dieser überhaupt verlässlich funktioniert. Wer sein Team schützt, schützt gleichzeitig Patient:innen und sorgt für stabile Abläufe. Genau daran zeigt sich die Qualität einer modernen Ordination: Probleme werden nicht erst gelöst, wenn sie auftreten – sie werden möglichst früh verhindert.