Telemedizin bedeutet medizinische Betreuung aus der Ferne. Sie ersetzt die körperliche Untersuchung nicht, ist aber sehr gut für Befundbesprechungen, Kontrollen bei chronischen Erkrankungen, Gesprächstherapie, Rezeptbestellungen oder kurze Rückfragen geeignet. Wichtig: Eine Erstkonsultation muss immer persönlich stattfinden und Videokonsultationen dürfen nicht aufgezeichnet werden. Zudem kann Telemedizin nicht von allen Fachrichtungen über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Für Patient:innen bringt Telemedizin spürbare Vorteile: Sie haben keinen Weg in die Ordination, eine kürzere Wartezeit, ein geringeres Infektionsrisiko und erhalten Rückmeldungen schneller. Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder aus ländlichen Regionen profitieren hiervon besonders. Auch Personen mit Kindern sind oft dankbar, wenn sie – natürlich nur, sofern es medizinisch zulässig ist – nicht noch zusätzlich die Anreise organisieren müssen. Chronisch Kranke können regelmäßiger betreut werden, ohne jedes Mal vor Ort sein zu müssen. Besonders wertvoll ist auch Telemonitoring: Patient:innen mit Herzinsuffizienz oder Diabetes erheben zuhause Blutdruck und Herzfrequenz bzw. Blutzucker und Gewicht. Die Werte werden automatisch an die Praxis übermittelt. Werden Grenzwerte überschritten, erhält die Ärzt:in sofort eine Benachrichtigung und kann schnell reagieren. Das fördert die Selbstständigkeit der Patient:innen, verhindert Hospitalisierungen und ermöglicht eine hochwertige Versorgung auch in Randregionen.
Für Ärzt:innen bietet die Telemedizin Entlastung und Flexibilität. Bewährt hat sich eine speziell geschulte Mitarbeiter:in, die Technikchecks übernimmt, Patient:innen bei Fragen weiterhilft und einen Patient:innen-Leitfaden erstellt. Klare Strukturen erleichtern den Ablauf: fixe Telemedizin-Sprechzeiten, getrennt von Präsenzterminen, ein eigener online buchbarer Termintyp und ein ruhiger, geschützter Raum für die Gespräche.
Fazit: Telemedizin ist kein Ersatz, aber eine effiziente Ergänzung der persönlichen Medizin. Gut geplant, schafft sie Entlastung, verbessert die Versorgung und eröffnet neue Möglichkeiten – für die Praxis und für die Patient:innen.