Patient:innen schätzen Ärzt:innen, welche kontextualisierte Medizin im Sinne des biopsychosozialen Modells betreiben. In die medizinische Entscheidungsfindung wird die komplexe Lebenssituation der Patient:innen einbezogen. Der Mensch wird in seinem Kranksein wahrgenommen und erfasst, mit seinen Gedanken, Vorlieben, Gefühlen in seiner sozialen Situation und Lebenswelt. Die Qualität einer derartigen ärztlichen Haltung in der Behandlung bildet die verlässliche Grundlage für gegenseitiges Vertrauen. Von den Patient:innen wird dieser ärztliche Zugang als beruhigend, tröstend, lindernd, heilsam und als mehr als nur ein "Nice-to-have" erlebt. Gemäß der Auswertung von über hundert Studien gehen etwa 30 % des Effekts von Psychotherapien auf den Wirkfaktor Beziehung zurück.3 Dies bestätigt die Aussage Balints, dass die "Droge Arzt" das stärkste Arzneimittel sei.4
Den Wirkfaktor Beziehung nutzen
Eine gute "Arzt-Patienten-Beziehung", wie der ungarische Arzt und Psychoanalytiker Dr. Michael Balint sie nannte1, ist für Hausärzt:innen eine qualitätssichernde Selbstverständlichkeit.2
Inhaltsverzeichnis
Autor:in
Dr. Norbert Wißgott, MSc (Allgemeinmediziner und Arzt für Psychotherapeutische Medizin in Zwettl)
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