Hausärzt:in 05/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Schmerz ist nie "nur psychisch"

zwei schematische Köpfe im Profil die sich anschauen
Psychiatrische Differenzialdiagnostik bei chronischen Beschwerden.
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Schmerz ist ein Erlebnissymptom, das bei akutem Auftreten eine wichtige Warnfunktion erfüllt. Der Schmerz signalisiert der unmittelbar betroffenen Person eine eingetretene oder drohende Schädigung und besitzt zugleich einen ausgeprägten Appellcharakter gegenüber der Umgebung.
Inhaltsverzeichnis
Autor:in
Martin Aigner

Prim. Univ.-Prof. PD Dr. Martin Aigner (Klinische Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Universitätsklinikum Tulln - Klosterneuburg, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften)

Dadurch werden auch Angehörige oder andere Personen in der Nähe aufmerksam gemacht und können unterstützend eingreifen, um weiteren Schaden vom Individuum oder von einer Gruppe abzuwenden. 

Äußert sich Schmerz akut, ist es wichtig, diese Warnfunktion diagnostisch zu nutzen. Qualität, Intensität und Lokalisation des Schmerzes können entscheidende Hinweise auf die Ursache liefern und sind daher für die weitere Abklärung von großer Bedeutung.

Persistiert der Schmerz über die subakute Phase hinaus und hält länger an als etwa drei bis sechs Monate, spricht man von chronischem Schmerz. In solch einem Stadium reicht ein einfaches Reiz-Reaktions-Modell zur Erklärung häufig nicht mehr aus. Mit zunehmender Schmerzdauer treten komplexe pathophysiologische Veränderungen im Nervensystem auf, und psychologische sowie soziale Faktoren gewinnen an Bedeutung.