Hausärzt:in 10/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

Sexuelle Gesundheit bei kardiometabolischem Syndrom

brennendes Bett
Das tödliche Quartett im Schlafzimmer.
© AI / shutterstock.com
Diabetes, Adipositas, Hypertonie und Fettstoffwechselstörung – das "tödliche Quartett" in der kardiometabolischen Medizin – haben eine Dimension, die in der hausärztlichen Sprechstunde oft unausgesprochen bleibt: die sexuelle Gesundheit.
Inhaltsverzeichnis
Autor:in
Michaela Bayerle-Eder

Univ. Prof. in Dr. in Michaela Bayerle-Eder, MBA (Präsidentin und Gründerin der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie)

Dabei ist Sexualität seit 2006 fester Bestandteil der WHO-Gesundheitsdefinition. Sexuelle Gesundheit umfasst dabei weit mehr als die Abwesenheit von Krankheit – sie ist eng mit Selbstwert, intimen Beziehungen und allgemeiner Lebensqualität verbunden. Daraus ergibt sich eine ärztliche Verpflichtung, Sexualität bei chronisch Kranken aktiv mitzubehandeln und zu erhalten.

Die Zahlen sind eindrücklich: Bis zu 80 % aller Sexualfunktionsstörungen sind somatisch bedingt – etwa durch Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit oder die Folgen von Chemo- und Strahlentherapie. Sexualfunktionsstörungen bilden damit lediglich die Spitze eines Eisbergs, darunter verbergen sich relevante internistische Grunderkrankungen. Sie reichen von der Niereninsuffizienz über das Metabolische Syndrom bis hin zu Hormonstörungen.