Dabei ist Sexualität seit 2006 fester Bestandteil der WHO-Gesundheitsdefinition. Sexuelle Gesundheit umfasst dabei weit mehr als die Abwesenheit von Krankheit – sie ist eng mit Selbstwert, intimen Beziehungen und allgemeiner Lebensqualität verbunden. Daraus ergibt sich eine ärztliche Verpflichtung, Sexualität bei chronisch Kranken aktiv mitzubehandeln und zu erhalten.
Die Zahlen sind eindrücklich: Bis zu 80 % aller Sexualfunktionsstörungen sind somatisch bedingt – etwa durch Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit oder die Folgen von Chemo- und Strahlentherapie. Sexualfunktionsstörungen bilden damit lediglich die Spitze eines Eisbergs, darunter verbergen sich relevante internistische Grunderkrankungen. Sie reichen von der Niereninsuffizienz über das Metabolische Syndrom bis hin zu Hormonstörungen.