Hausärzt:in 10/2026
Ärzt:in Assistenz 2026

ESC aktualisiert die Definition des Myokardinfarkts

Herz mit einer EKG Linie
Die Ursache zählt: Herzinfarkte werden künftig neu klassifiziert.
© ipopba / stock.adobe.com
Beim ESC-Kongress in München wurde die fünfte universelle Definition des Myokardinfarkts vorgestellt. Die aktualisierte Klassifikation soll die Diagnostik vereinheitlichen, die Ursachenklärung verbessern und die Versorgung von Patient:innen stärker an der zugrunde liegenden Pathophysiologie ausrichten. 
Inhaltsverzeichnis

Der Myokardinfarkt zählt weiterhin zu den häufigsten und folgenschwersten Erkrankungen weltweit. Das Lebenszeitrisiko für einen tödlichen oder nicht tödlichen Myokardinfarkt beträgt etwa 10 %. Da Diagnose und Therapie die Prognose maßgeblich beeinflussen, ist eine international einheitliche Definition essenziell, betonte die Task Force bei der Vorstellung des Dokuments. Ziel ist es, diagnostische Kriterien weltweit zu standardisieren, evidenzbasierte Diagnostik zu fördern und gleichzeitig Wissenslücken für künftige Forschung zu identifizieren.

Die Diagnose des Myokardinfarkts hat sich seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich weiterentwickelt. Während zunächst klinische Symptome und später das Elektrokardiogramm im Mittelpunkt standen, prägen heute hochsensitive kardiale Troponin-Assays die Diagnostik. Die bisherige Einteilung in ST-Hebungsinfarkt (STEMI) und Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) bleibt klinisch relevant, da sie unmittelbare therapeutische Konsequenzen hat. Sie liefert jedoch nur begrenzte Informationen über die eigentliche Ursache des Infarkts. Genau diese Ursache entscheidet zunehmend über weitere Diagnostik, Therapie und Prognose.