Er hat Wochen gebraucht, um diesen Termin zu buchen. Vielleicht Monate. Was er Ihnen in diesem Moment anvertraut, ist weit mehr als nur ein Symptom. Es ist eine seltene Öffnung – und eine klinische Chance, die weit über die Erektion hinausreicht. Erektile Dysfunktion (ED) stellt kein Randthema der Andrologie dar. Sie ist ein Spiegel der Gesundheit des Mannes als Ganzes. Wer lernt, diesen Spiegel zu lesen, kann nicht nur die Lebensqualität eines Patienten verbessern, sondern auch sein Leben verlängern.
Die diagnostische Kraft der Erektilen Dysfunktion
Es gibt Momente in der Ordination, die mehr bedeuten, als es zunächst scheint. Einer davon: Ein Mann, meist Mitte vierzig, sitzt Ihnen gegenüber, räuspert sich, schaut kurz zur Seite – und fragt dann leise, ob man wegen "g‘wisser Probleme" "was" machen könne.
Inhaltsverzeichnis
Autor:in
Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat (Vorstand der Uniklinik für Urologie, Leiter des Comprehensive Cancer Center, Co-Leiter des Austrian Comprehensive Cancer Network, MedUni Wien)
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