Hausärzt:in 05/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Mehr als Schmerztherapie: Der therapeutische Mehrwert von Dronabinol

Hanfblatt und Stethoskop
"Mehrere Fliegen mit einer Klappe erwischen"
© New Africa / adobe.stock.com
EOÄ Dr.in Barbara Hoffmann-Penko im Interview über den Wirkmechanismus von Dronabinol, die möglichen Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen.
Medizinische Expertise
Barbara Hoffmann-Penko

EOÄ Dr.in Barbara Hoffmann-Penko (Fachärztin für innere Medizin, Abteilung für Akutgeriatrie/Remobilisation, Zentrum für Altersmedizin, Klinikum Klagenfurt am Wörthersee)

HAUSÄRZT:IN: Können Sie den Wirkmechanismus von Dronabinol (THC) erklären?

EOÄ HOFFMANN-PENKO: Bereits 2.700 Jahre vor Christus wurde Cannabis als Heilpflanze erwähnt, doch erst Ende der 1980er Jahre wurde das körpereigene Endocannabinoid-System entdeckt. Es fungiert als komplexes Signal- und Regulationssystem, das wesentlich zur Homöostase des Körpers beiträgt. Cannabinoide docken an den Rezeptoren dieses Systems an, was man sich in der Therapie zunutze machen kann. Es gibt den Cannabinoid-1-Rezeptor, der vor allem im zentralen Nervensystem lokalisiert ist und Schmerz, Stimmung, Appetit, Belohnungsprozesse sowie das Gedächtnis beeinflusst. Der Cannabinoid-2-Rezeptor wiederum ist vorrangig im Immunsystem und im peripheren Gewebe angesiedelt. Er ist beteiligt an der Regulierung von Entzündungen und Immunreaktionen.