Hausärzt:in 05/2024

ÖOG: MR Dr. Gabriela Seher ist neue Präsidentin

Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) wurde 1954 gegründet und feiert heuer ihr 70-jähriges Bestehen. In der Vollversammlung am 10. Mai 2024 wurde MR Dr. Gabriela Seher zur neuen Präsidentin gewählt.

Die scheidende ÖOG-Präsidentin Primaria Priv. Doz. Dr. Katharina Krepler gratuliert ihrer Nachfolgerin ganz herzlich zur Wahl. Krepler kann auf eine erfolgreiche Amtszeit zurückblicken, in der wichtige Themen angestoßen oder fortgeführt wurden, so etwa die Thematisierung der Müllvermeidung bei Augenoperationen oder der in Nachbarländern bereits gängigen Praxis der Übernahme von Augenordinationen durch profitorientierte Investoren zum Nachteil von Patient:innen. Die Rolle der Ärzt:innen in der Ophthalmologie und im speziellen der Augenchirurgie war ein weiterer thematischer Schwerpunkt ihrer Präsidentschaft. Eine österreichweite Erhebung der Tätigkeitsbereiche der österreichischen Augenärzt:innen stellt eine wichtige Basis für weitere Forschungen und Verbesserungen dar. Diesbezüglich wurde bei der Jahrestagung 2024 auch das Operieren während der Schwangerschaft thematisiert, das in Österreich im Gegensatz zu Deutschland rechtlich verboten ist. Eine dementsprechende Forderung der ÖOG an die Gesundheitspolitik wird gerade auf den Weg gebracht. 

Seher ist Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie mit Praxis in Wien und Vorsitzende der Wiener Fachgruppe für Augenheilkunde und Optometrie. Ihren Schwerpunkt möchte sie in ihrer zweijährigen Amtszeit neben der Weiterführung der laufenden Projekte auf die Stärkung des niedergelassenen Bereiches basierend auf wissenschaftlichen Grundlagen legen. "Die ÖOG unterstützt uns Augenfachärzt:innen seit 70 Jahren stetig mit wissenschaftlicher Expertise, Fortbildungsangeboten und öffentlicher Präsenz. Das möchte ich in den folgenden beiden Jahren fortführen und ausbauen", erklärt die neu gewählte ÖOG Präsidentin.

Die Gesundheitsversorgung in Österreich würde gut funktionieren. Der niedergelassene Bereich sei die Basis für eine optimale Versorgung der Patient:innen. Mehr als jede zweite Augenärzt:in sei im niedergelassenen Bereich tätig. Die Stärkung des niedergelassenen Bereiches liegt Seher daher besonders am Herzen: "Mit zunehmender Konkurrenz aus dem wirtschaftlichen Bereich und teilweise realitätsfernen gesundheitspolitischen Entscheidungen besteht die Gefahr, dass nicht das Wohl der Patient:in, sondern die Kostenoptimierung im Vordergrund steht. Hier müssen wir im Sinne unserer Patient:innen dagegenhalten."

Zudem ist es ihr ein großes Anliegen, die Rahmenbedingungen für junge Kolleg:innen so zu gestalten, dass der Berufsstand weiterhin attraktiv bleibt. "Denn durch die derzeitige Pensionierungswelle und die sich ändernde Arbeitswelt brauchen wir dringend Nachwuchs", so die ÖOG Präsidentin abschließend.