Bereits vor fünf Jahren wurde gezeigt, dass eine dreitägige Antibiotikatherapie bei ambulant erworbener Pneumonie unter definierten Voraussetzungen ausreichend sein kann. Nun haben US-Forscher:innen anhand von Real-World-Daten die Sicherheit und Wirksamkeit eines verkürzten Therapieschemas (3–4 Tage) im Vergleich zu einer mindestens fünftägigen Behandlung untersucht.
Ergebnis: Zwischen Kurzzeit- und Standardtherapie zeigten sich nur geringe Unterschiede hinsichtlich Wirksamkeit und Komplikationen. Allerdings erhielt nur ein sehr kleiner Anteil der Patient:innen tatsächlich eine verkürzte Therapie.
Eingeschlossen wurden nur erwachsene, nicht intensivpflichtige Patient:innen, die nach drei Tagen klinisch stabil waren (u. a. fieberfrei, stabile Vitalparameter, kein erhöhter Sauerstoffbedarf). Zusätzlich durften keine komplizierenden Faktoren wie Immunsuppression oder schwere pulmonale Begleiterkrankungen vorliegen, entsprechend den Kriterien der Pneumonia Short Treatment-Studie.
Von 55.517 hospitalisierten Personen erfüllten 10,1 % diese Voraussetzungen. Eine Kurzzeittherapie wurde dennoch selten umgesetzt: Nur 7,9 % der geeigneten Patient:innen erhielten 3–4 Tage Antibiotika. Die mediane Therapiedauer betrug 7 Tage.
Nach 30 Tagen zeigten sich keine relevanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die Auswertung zeigte eine insgesamt vergleichbare Mortalität, die unter Kurzzeittherapie um 11 % niedriger war (RR 0,89). Ebenso war das Risiko für eine Vorstellung in der Notaufnahme leicht reduziert (RR 0,94). Demgegenüber bestand unter einer auf maximal vier Tage begrenzten Antibiotikatherapie ein um 7 % erhöhtes Risiko für erneute Hospitalisierungen im Vergleich zur längeren Behandlung. Das Risiko für eine Clostridioides difficile-Infektion war zwischen beiden Gruppen nahezu identisch (RR 1,01), mit lediglich minimaler Erhöhung unter Kurzzeittherapie.
Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass eine 3–4-tägige Antibiotikatherapie bei klinisch stabilen, unkomplizierten Patient:innen vergleichbar sicher und effektiv ist wie längere Therapien. Einschränkungen sind die geringe Zahl tatsächlich kurzzeitig behandelter Patient:innen sowie mögliche Residualkonfundierung durch nicht kontrollierbare Einflussfaktoren.