Die neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration (nAMD) erfordert bisher oft monatliche intravitreale Injektionen von Anti‑VEGF-Medikamenten wie Ranibizumab, was für Patient:innen und Praxisteams eine erhebliche Belastung darstellt. Das Port Delivery System (PDS) ist ein nachfüllbares, etwa reiskorngroßes Implantat, das chirurgisch in die Sklera eingesetzt wird und Medikamente kontinuierlich in das Augeninnere abgibt. Ziel ist, die Häufigkeit der Injektionen deutlich zu reduzieren.
Die am Landesklinikum Mistelbach laufende Phase IIIb-Studie untersucht ein 36-Wochen-Nachfüllschema des PDS mit Ranibizumab. Die Behandlung erstreckt sich über 72 Wochen, wobei die Wirksamkeit anhand des Erhalts der Sehschärfe und die Sicherheit des Implantats evaluiert werden. Im Vergleich zur herkömmlichen monatlichen Therapie soll das PDS die Patient:innenbelastung reduzieren, ohne die visuelle Prognose zu verschlechtern.
Am LK Mistelbach wurden bereits die ersten vier Teilnehmer:innen erfolgreich mit dem Implantat versorgt, ein wichtiger Schritt für die Studiendurchführung. Die Studie bietet regelmäßige klinische Kontrollen und Nachfüllungen, um die Depotwirkung und Langzeitsicherheit des Implantats zu gewährleisten. Erste Daten deuten auf eine gleichwertige Wirksamkeit bei deutlich weniger Eingriffen hin, was das PDS zu einer potenziell praxisrelevanten Innovation in der Behandlung der nAMD macht.