Hausärzt:in 06/2024

Hochpräzisions-Strahlentherapie in der Klinik Donaustadt: Aus 30 Sitzungen wird eine einzige

Das Zentrum für Radioonkologie und Strahlentherapie der Klinik Donaustadt bietet mit der Hochpräzisions-Strahlentherapie eine innovative Strahlentherapie für Krebspatient:innen auf dem höchsten technischen und medizinischen Niveau. Das Strahlenzentrum wurde nun mit der Novalis-Zertifizierung ausgezeichnet.

Bei der punktgenauen Bestrahlung kann eine sehr hohe Strahlendosis eingesetzt werden. Dadurch benötigt ein Lungentumor nur noch eine statt bisher 30 Sitzungen. Diese äußerst präzise Bestrahlung schont die umliegenden Organe und Nebenwirkungen können verringert werden. 2025 sollen rund 500 Patient:innen mit der Hochpräzisions-Strahlentherapie in der Klinik Donaustadt behandelt werden. "Innovation liegt in der DNA der Medizin. Unser Versorgungsauftrag als Wiener Gesundheitsverbund ist es, Innovationen zum Nutzen der Patient:innen umzusetzen. Das ist hier optimal gelungen", erklärt Michael Binder, der Medizinische Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes.

Das Zentrum wurde im Zuge der Eröffnung 2019 mit vier modernen Linearbeschleunigern ausgestattet, die präziser und schonender arbeiten als je zuvor. Neben der Medizinischen Universität Krems ist die Klinik Donaustadt erst das zweite Strahlenzentrum Österreichs, das die Novalis-Zertifizierung erhalten hat. "Diese Auszeichnung ist Ausdruck der Top-Behandlungsqualität, die Patient:innen bei uns bekommen. Die Zertifizierung ist im Bereich Hochpräzisions-Strahlentherapie mit einer ISO-Zertifizierung gleichzusetzen. Darauf sind wir stolz", betont Lothar Mayerhofer, der Ärztliche Direktor der Klinik Donaustadt. "Wir haben uns innerhalb von fünf Jahren zu einem der führenden Institute für Hochpräzisions-Strahlentherapie in Europa entwickelt – und das wurde nun auch von einer unabhängigen Stelle bestätigt", so Andrea Reim, die Vorständin des Zentrums.

Die Hochpräzisions-Strahlentherapie wird vor allem bei Tumoren der Lunge, Leber, Knochen und im Gehirn eingesetzt, selbst für kleinste Hirnmetastasen. Dabei handelt es sich um eine lebensverlängernde Therapie. "Während Patient:innen mit Metastasen im Gehirn früher eine Lebenserwartung von drei bis sechs Monaten hatten, sprechen wir heute von durchschnittlich fünf Jahren", hält Reim fest. Üblicherweise wird bei einer Bestrahlung ein Sicherheitsraum rund um den Tumor mitbestrahlt, da sich einerseits die Patient:innen selbst, aber auch die atemabhängigen Tumoren während der Behandlung bewegen. So wird sichergestellt, dass alle Zellen des Tumors getroffen werden. Mithilfe der sogenannten Atemtriggerung ermöglichen es die neuen Linearbeschleuniger, den Tumor punktgenau zu lokalisieren. Bewegt sich der Tumor aufgrund der Atmung, passt sich die Bestrahlung auf die leicht veränderte Lage an. 

Aufgrund der verringerten Anzahl an Sitzungen bei den jeweiligen Tumoren können insgesamt mehr Patient:innen behandelt und die Wartezeiten verkürzt werden. Innerhalb von nur zwei Wochen ist ein Behandlungsstart an der Klinik Donaustadt möglich.