Aufgrund ihrer tragenden Rolle im Langzeitpflegesystem sind pflegende Angehörige besonders betroffen. Schätzungsweise gibt es in Österreich etwa eine Million Personen, die eine:n ihrer Angehörigen pflegen.2 Eine Betroffene berichtet: "Wegen der Hitze spielt sich im Sommer das Leben nur mehr vormittags ab. Arztbesuche mit meiner Mutter mache ich nur mehr in der Früh. Danach bin ich unfähig, etwas zu machen, geistig und körperlich." Es ist also zu berücksichtigen, dass viele pflegende Angehörige bereits selbst unter chronischer Erschöpfung, Stress und sozialer Isolation leiden, während Unterstützungsangebote trotz Reformbemühungen oft unzureichend oder kaum genutzt werden.3
Prof. Franz Kolland, Leiter des Zentrums für Gerontologie und Gesundheitsforschung an der Karl Landsteiner Privatuniversität, sieht den Klimawandel als Gesundheitsproblem und damit auch als soziales Problem: "Klima hängt mit Gesundheit so stark zusammen, weil sich das Klima auf der individuellen Ebene körperlich manifestiert. Ein Beispiel ist die Dehydrierung: Ältere Menschen trinken an sich zu wenig und dann kommt Hitze dazu (…). Die Folgen sind dramatisch, nämlich eine Häufung von Delirien, Nierenversagen usw. (…). Wohlhabende Menschen sind von Klimaänderungen weit weniger betroffen, weil sie genügend Rückzugsmöglichkeiten haben. Weniger wohlhabende Menschen trifft es umso härter."