Hausärzt:in 6/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Highlights des Heart Failure Congress 2026

Ein medizinisches Herz schematisch dargestellt, das leuchtet © apirom / stock.adobe.com
Vom 9. bis 12. Mai fand in Barcelona der Heart Failure Congress statt. Im Fokus des Kongresses stand das Thema "Evolution in Heart Failure". Im Interview fasst Res. Prof. Priv.-Doz. DDr. Markus Wallner die wichtigsten Erkenntnisse und Highlights der Veranstaltung zusammen. 
Medizinische Expertise
Markus Wallner

Res. Prof. Priv.-Doz. DDr. Markus Wallner (Leiter der ÖKG AG Herzinsuffizienz, Leiter der Herzinsuffizienz an der klinischen Abteilung für Kardiologie Universitätsklinik für Innere Medizin, Med Uni Graz, Stv. Leiter HerzMobil Steiermark, Committee Member ESC HFA "Inflammatory Cardiomyopathies")

Gesund.at: Herzinsuffizienz ist eine recht häufige chronische Erkrankung. Wie stellt sich aktuell die Versorgungssituation in Österreich dar?

Prof. Wallner: Das Hauptproblem in Österreich ist das Fehlen belastbarer Daten zur Versorgung von Patient:innen mit Herzinsuffizienz (HI). Denn ein nationales HI-Register, das systematisch Informationen zu Benchmarking, Mortalität, Prognose und Outcomes liefert, existiert nicht. Damit fehlt die Grundlage, um Versorgungslücken auf Systemebene zu identifizieren und gezielt Verbesserungen umzusetzen. Internationale Daten zeigen, dass die Akutversorgung generell auf einem sehr hohen Niveau ist, auch in Österreich. Defizite bestehen vor allem im Bereich chronischer Erkrankungen. Hier handelt es sich weniger um ein Problem der Einzelversorgung als vielmehr um ein strukturelles Versorgungs- und Vernetzungsproblem.

HI ist eine chronisch progrediente Erkrankung mit steigender Prävalenz und hoher Mortalität. Da eine kurative Behandlung in den meisten Fällen nicht möglich ist, liegt der Fokus auf Überleben und Lebensqualitätsverbesserung. Zusätzlich bestehen ausgeprägte Geschlechtsunterschiede in Epidemiologie und Krankheitsverlauf, die in der klinischen Praxis bislang jedoch nur unzureichend berücksichtigt werden. Trotz der bekannten Unterschiede erfolgt die Therapie meist ohne differenzierte Anpassung zwischen Männern und Frauen.