Probiotika sind Arzneimittel, die das Darmökosystem unterstützen sollen und werden beispielsweise beim Reizdarmsyndrom eingesetzt sowie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erforscht. Während manche Patient:innen von ihrer Einnahme profitieren, bleibt der Nutzen bei anderen jedoch gering oder aus. Bislang ist nur teilweise geklärt, weshalb Ihre Wirkung so unterschiedlich ausfällt, welche Faktoren dafür entscheidend sind.
Um einen detaillierteren Blick zu erhalten, hat das Forschungsteam aus Bern eine Mischung aus vier Bakterienstämmen an Mäusen mit experimentell ausgelösten Darmentzündungen getestet. Tiere, die auf die Behandlung ansprachen, verloren weniger Gewicht, zeigten mildere Krankheitssymptome und wiesen geringere Gewebeschäden auf. Zudem blieb ihre Darmflora vielfältiger und stabiler.
Am deutlichsten war die Schutzwirkung der Mischung, wenn die Mäuse das Probiotikum bereits vor Beginn der Entzündung erhielten. Wenn die Behandlung erst nach Einsetzen der Entzündung begann, fiel die Wirkung geringer aus. Bei wiederholten Entzündungsschüben wurde trotz fortgesetzter Gabe eine abnehmende Wirkung festgestellt.
Da sich die Studie auf ein Mausmodell mit chemisch ausgelöster Darmentzündung beschränkt, ist es offen, ob sich die Erkenntnisse auf Menschen übertragen lassen. Aus diesem Grund wollen die Forscher:innen die Ergebnisse in weiteren Tierversuchen und prospektiven Studien mit Menschen überprüfen.
Die Studienergebnisse wurde im Fachjournal "Cell Reports" veröffentlicht.