Hausärzt:in 02/2024

Neue nicht-invasive Methode: Lebergesundheit durch die Augen überwachen

Forscher:innen am Karolinska Institutet in Schweden haben eine nicht-invasive Methode entwickelt, um die Leberfunktion und -erkrankungen zu untersuchen. Dabei transplantieren sie kleine 3D-Zellkulturen von Leberzellen, sogenannte Sphäroide, in die vordere Augenkammer von Mäusen.

Die Hornhaut dient dabei als Fenster, um Veränderungen in der Leber im Laufe der Zeit zu überwachen. Die Leberzellen setzen sich an der Iris des Auges fest, werden mit Blutgefäßen und Nerven versorgt und behalten ihre typischen Lebereigenschaften bei. Die Sphäroide im Auge dienen als Marker für Fettlebererkrankungen, was die Möglichkeit bietet, die Lebergesundheit zu überwachen und frühzeitig Krankheitsmechanismen zu identifizieren.

Diese Methode eröffnet neue Möglichkeiten, die Rolle der Leber bei Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Fettlebererkrankungen zu erforschen. Stoffwechselerkrankungen sind in den letzten Jahren bei immer jüngeren Menschen und adipösen Kindern aufgetreten. Die Forscher:innen planen, die Plattform zu nutzen, um verschiedene Medikamente und Behandlungsstrategien zu testen. Die Methode wurde von der Forschungsgruppe des Professors Per-Olof Berggren entwickelt, die bereits erfolgreich Zellen in die vordere Augenkammer von Mäusen transplantiert hat. Die Studie wurde von verschiedenen Organisationen finanziert, darunter der Europäische Forschungsrat und die Swedish Diabetes Association.

Die Studie wurde im Journal Nature Communications veröffenticht. 

Intraocular liver spheroids for non-invasive high-resolution in vivo monitoring of liver cell function