Hausärzt:in 05/2024

Sportwissenschaftliche Beratung wegen Sozialer Medien obsolet?

Blauer Wecker mit gelbem Blitz
Patient:innen-Fragen kompetent beantworten.
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Patient W. (43) war vor einer Woche bei der Vorsorgeuntersuchung. Beim heutigen Beratungsgespräch wird seine Präadipositas (BMI 28) thematisiert. Herr W. bekundet, schon länger abnehmen und wieder fitter werden zu wollen. Früher sei er viel gelaufen, aber das sei ja schlecht für die Knie. Die Hausärztin empfiehlt eine sportwissenschaftliche Beratung, damit ein individualisierter Trainingsplan erstellt werden kann. Herr W. winkt allerdings ab: In den Sozialen Medien und Co stünden doch ausreichend Informationen und Trainingstipps zur Verfügung. Die Medizinerin lässt sich nicht beirren und schildert am Beispiel "Laufen und Knie", wie viele Fitnessmärchen, -gerüchte und -unwahrheiten kursieren ...

Inhaltsverzeichnis
Medizinische Expertise
Heinz Bédé-Kraut

Mag. Heinz Bédé-Kraut (Sportwissenschafter in Kitzbühel, bede-kraut.at)

Mag. BÉDÉ-KRAUT: In meiner täglichen sportwissenschaftlichen Praxis höre ich häufig interessante Fragestellungen rund um optimales Training. Oft braucht man einiges an Überzeugungskraft, um zu vermitteln, was sinnvoll und richtig ist – und was nicht. Äußerst hartnäckig sind manche Glaubenssätze und Meinungen. Wenn Training oder das Abnehmen diskutiert wird, hat fast jeder ein paar schlaue Tipps parat. Dazu kommen die Botschaften der Fitnessinfluencer in den Sozialen Medien: Das Netz ist voll mit Bloggern, die kostenlos Motivationstipps, Workoutvideos und Fitnessideen anbieten. Doch was ist wahr und was falsch an den Behauptungen?