Sprechstunde
Eine 32-jährige – normalerweise ambitionierte, motivierte und lebensfrohe – Hobbysportlerin wird in Ihrer Praxis vorstellig. Ihre Leidenschaft ist der Bergsport, aber auch das Krafttraining. Sie berichtet von Leistungseinbußen, die seit mehreren Wochen bestehen. Die ersten gesundheitlichen Probleme zeigten sich, als die Regeneration nicht mehr wie gewohnt eintrat: Nach den Krafteinheiten wollte der Muskelkater nicht mehr verschwinden, eine Steigerung von Wiederholungszahl oder Gewicht war nicht mehr möglich, vielmehr musste beides reduziert werden. Auch die Bergtouren wurden mental immer anstrengender. Das frühe Aufstehen fällt der Patientin schwer, und eine Vorfreude auf das Erlebnis ist nicht mehr vorhanden. Es überwiegt das Gefühl, das Tagesprogramm einfach "abspulen" zu müssen. Was am Ende des Tages übrig bleibt, ist eine bis dato unbekannte Leere und Abgeschlagenheit. Dazu kommt, dass ihr Schlaf weniger erholsam geworden ist und die Menstruation unregelmäßiger. Trotz hoher körperlicher Belastung hat sich ihr Appetit deutlich verringert. Sie hat vom RED-S-Syndrom gelesen und will wissen, ob sie betroffen sein könnte.