Hausärzt:in 02/2024

Zuckeranalyse könnte Krebsarten frühzeitig identifizieren

Forscher:innen der Universität Göteborg haben eine Methode entwickelt, um die Veränderungen der Zuckermoleküle in Krebszellen zu interpretieren. Möglicherweise könnte künftig schon ein wenig Speichel ausreichen, um eine beginnende Krebserkrankung zu identifizieren.

Glykane sind eine Art Zuckermolekülstrukturen, die mit den Proteinen in unseren Zellen verbunden sind. Die Struktur des Glykans bestimmt die Funktion des Proteins. Länger bekannt ist bereits, dass Veränderungen in der Glykanstruktur auf eine Entzündung oder Krankheit im Körper hinweisen können. Nun haben die Forscher:innen eine Methode zur Unterscheidung verschiedener Arten struktureller Veränderungen entwickelt. Dies wiederum könne genaue Hinweise darauf liefern, was sich bei einer bestimmten Krankheit ändern wird.

Für die Studie wurden Daten von etwa 220 Patient:innen mit elf unterschiedlich diagnostizierten Krebserkrankungen analysiert und je nach Krebsart Unterschiede in der Unterstruktur des Glykans festgestellt. Dabei nutzte das Team eine neue Methode unter Einbeziehung von KI, die eine höhere Empfindlichkeit hinsichtlich des Glykangehalts bei Krebserkrankungen aufweist und daher zuverlässiger als bisher eingesetzte Systeme ist. Die Unterschiede bzw. Zusammenhänge konnten weiters deshalb gefunden werden, da die neue Methode große Datenmengen verarbeiten kann. 

„Wir wollen eine zuverlässige und schnelle Analysemethode entwickeln, um Krebs und auch die Krebsart anhand einer Blutprobe oder eines Speichels zu erkennen. Ich denke, dass wir in vier bis fünf Jahren möglicherweise klinische Tests an menschlichen Proben durchführen können“, so der Hauptautor der Studie Daniel Bojar.

Die Studie wurde im Journal Cell Press Methods publiziert:
Decoding glycomics with a suite of methods for differential expression analysis