Hausärzt:in 01/2026
Ärzt:in Assistenz 2025

Apparative Therapien der Parkinson-Krankheit

Datum: am 18. Februar 2026
Zeit: 17:00 – 18:00
Ort: Online

Die Parkinson-Krankheit ist eine chronisch-progrediente neurodegenerative Erkrankung, gekennzeichnet durch den Verlust dopaminerger Neurone in der Substantia nigra. Klinisch manifestiert sie sich durch Bradykinese, Rigor, Tremor sowie vielfältige nicht-motorische Symptome. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf stoßen orale dopaminerge Therapien häufig an ihre Grenzen, da motorische Fluktuationen und Dyskinesien zunehmen. In diesem Stadium haben sich gerätegestützte Therapien als zentrale Behandlungsoptionen etabliert. Dazu zählen insbesondere die Tiefe Hirnstimulation (THS) sowie kontinuierliche Levodopa-Applikationssysteme wie Duodopa und Produodopa. Die THS ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden – meist im Nucleus subthalamicus – implantiert werden, um motorische Symptome zu reduzieren und Fluktuationen zu glätten. Sie ermöglicht häufig eine Reduktion der medikamentösen Therapie, erfordert jedoch eine sorgfältige Patientenselektion. Alternativ verfolgen Duodopa und Produodopa das Prinzip der kontinuierlichen dopaminergen Stimulation durch eine gleichmäßige Levodopa-Zufuhr. Während Duodopa über eine perkutane endoskopische Gastrostomie direkt in den Dünndarm appliziert wird, stellt Produodopa eine neuere, subkutane und weniger invasive Infusionstherapie dar. Beide Verfahren zielen auf eine Reduktion von Off-Phasen und Dyskinesien ab und eignen sich insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen eine operative Therapie nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die Pathophysiologie der Parkinson-Krankheit und stellt anschließend die apparativen Therapieoptionen mit ihren jeweiligen Indikationen und Besonderheiten vor.