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Studie: Wo schlafen die Menschen am längsten?

Mädchen ist gerade erwacht und kuschelt noch mit der Decke
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Verzerrte Wahrnehmung: Entgegen allgemeiner Annahmen bringt der Wecker unseren Schlafrhythmus nicht durcheinander. (Pexels.com)

Wie lange wir schlafen hängt auch von der Kultur ab, in der wir leben. Denn wie eine neue Studie aufzeigt, schlafen Nordeuropäer am längsten, Japaner hingegen am kürzesten.

Wer das Privileg einer festen Anstellung genießt, genau für diese aber früh aus dem Bett muss, kann sich unter der Woche wohl kaum mal bis spät vormittags ausschlafen. Andererseits geben Fernsehprogramm sowie soziale Konventionen deutlich vor, dass wir auch abends noch fit sein sollten. In diesem Spannungsfeld aus früh aus dem Bett müssen und erst spät wieder hinein dürfen, können viele Menschen nicht ihrem natürlichen Schlafrhythmus nachgehen.

Holländer schlafen länger

Wie konkret diese Problematik ist, konnte nun durch eine Studie aufgezeigt werden. Diese erfasste mit Hilfe einer Smartphone-App die durchschnittlichen Schlafzeiten von 20 verschiedenen Industrieländern. Kulturbedingte Unterschiede waren dabei deutlich zu erkennen: In Japan und Singapur gönnt man sich nachts im Schnitt eine Pause von 7 Stunden und 24 Minuten, bei den Schlaf-Spitzenreitern aus der Niederlande ist es fast eine Stunde mehr.

Einschlafzeit kulturabhängig

Auf den ersten Blick mag dies nach einer geringen Differenz aussehen, doch jede halbe Stunde Schlaf hat einen starken positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns sowie die Langzeitgesundheit. Interessanter Weise dürfte der Wecker nur eine untergeordnete Rolle spielen, denn für die Aufstehzeit ist weitestgehend die innere Uhr verantwortlich. Die Einschlafzeit hingegen ist stark von gesellschaftlichen Normen abhängig und in vielen Fällen später als dies für die Einzelpersonen natürlich bzw. gesund wäre.

Geschlechterunterschiede

Schlafmangel trifft Männer mittleren Alters am stärksten, viele von ihnen kommen der empfohlenen Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden nicht nach. Frauen schlafen im Schnitt etwas mehr, im Alter zwischen 30 und 60 Jahren ist ihre nächtliche Ruhepause gar um eine halbe Stunde länger als jene der männlichen Gleichaltrigen. Hier könnten die immer noch weit verbreiteten Geschlechterkonventionen eine Rolle spielen. Als Konsequenz der Ergebnisse wäre ein Umdenken in der Mediengestaltung erfreulich, um soziale Konventionen und - in weiterer Folge - vielleicht auch die Einschlafzeiten positiv zu verändern.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


13.05.2016

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