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Klarträumer: Das Gehirn ist anders

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Beim Klarträumen könnten wir jede Nacht unsere Träume bewusst steuern und so Dinge ausprobieren, die im echten Leben undenkbar sind. (Pexels.com)

Klarträumer wissen, dass sie träumen, während sie träumen. Laut Forschung ist das Gehirn von Klarträumern anders, und sie können auch tagsüber besser über ihr Handeln reflektieren.

Deutsche Wissenschafter des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung untersuchten die Gehirnstrukturen von 31 Klarträumern mit Hilfe eines MRTs (Magnetresonanztomographie). Sie verglichen die Ergebnisse mit den Gehirnen von 31 Probanden, die laut eigenen Angaben nicht oder nur sehr selten klarträumen. Bei jenen Versuchsteilnehmern, die Träume bewusst als solche wahrnehmen oder sie sogar steuern können, ist eine Gehirnregion größer.

Kontrolle im Traum und der Realität

Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen fanden die Forscher aber nicht nur im Gehirn. Auch das Verhalten im Wachzustand ist bei Klarträumern anders, wie ein Persönlichkeitstest verriet. Sie nehmen beim eigenen Denken öfter die Beobachterrolle ein und erkennen dadurch leichter Muster und Fehler in dem eigenen Denkprozess.

 

Das kann für die psychische Gesundheit und die persönliche Lebensentwicklung hilfreich sein. Reflektieren wir häufiger darüber, warum wir denken, wie wir denken, erkennen wir schneller schädliche Aspekte daran. Diese könnten unser Selbstbewusstsein mindern und uns davon abhalten, Ziele bewusst umzusetzen - wir boykottieren uns gedanklich selbst. Wachträumer erkennen solches Verhalten leichter, und haben dadurch häufiger die Kontrolle: Über ihre Träume, und ihre eigene Realität.

Ist Wachträumen lernbar?

Viele Menschen würden gerne wachträumen. Im Idealfall könnten wir jede Nacht unsere Träume bewusst steuern und so Dinge ausprobieren, die im echten Leben undenkbar sind. Forscher des Max-Planck-Instituts möchten den Zusammenhang zwischen dem anterioren präfrontalen Kortex und der Fähigkeit, wachzuträumen, bewusst nutzen. Bisher war das Anregen zu Wachträumen nur mit leichten Stromimpulsen ins Gehirn möglich. Andere Möglichkeiten, das Wachträumen zu lernen oder zu trainieren, sind nicht wissenschaftlich abgesichert.

 

Da ein Zusammenhang zwischen reflektierendem Denken und Wachträumen besteht, könnte dies die Möglichkeit bieten, Wachträumen zu lernen, was bisher nicht als direkt machbar gilt. Wir können aber trainieren, unser Denken im Wachzustand beobachtender zu gestalten, indem wir z.B. bewusst optimistischere Gedanken fassen. Möglicherweise verleiht uns das auch eine erhöhte Kontrolle über unsere Träume.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


26.01.2015

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