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Dermatophagie: Zwang, an der Fingerhaut zu knabbern

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Ständiges Herumkauen an der Haut rund um die Finger ist ein typisches Verhalten bei Dermatophagie. (Borysevych.com / Shutterstock.com)

Ständig an der Haut rund um die eigenen Finger zu knabbern, ist mehr als nur ein Tick. Die zugrunde liegende Störung nennt man Dermatophagie.

Manche Menschen verspüren regelmäßig einen starken Drang danach, die Haut rund um die Fingernägel abzuknabbern. Was viele vielleicht nur als unappetitlichen Tick wahrnehmen, hat in der Medizin mittlerweile einen eigenen Namen. Der Begriff Dermatophagie beschreibt eine psychische Störung, die zu einem zwanghaften Abbeißen bzw. Kauen von Haut führt. 

Die Finger blutig kauen

Ist die Symptomatik stark ausgeprägt, beißt man sich, insbesondere im Bereich der Fingernägel, regelmäßig sogar blutig. Betroffene Hautstellen können dadurch vergleichsweise rau werden, außerdem steigt durch die Wunden naturgemäß das Risiko einer Infektion. In den allermeisten Fällen provoziert die Störung allerdings keine ernsthaften körperlichen Probleme.

Zwanghafte Wiederholungen

Das weitestgehend noch unerforschte Krankheitsbild wird den sogenannten "body-focused repetitive behaviors" (BFRB) zugeordnet - übersetzt also etwa "körperbezogene, sich wiederholende Verhaltensweisen". Dazu zählen zwanghafte Neigungen unter anderem zum:

  • Nägelkauen
  • Nasenbohren
  • Verschlucken von Haaren
  • Ausreißen von Haaren
  • Wangenbeißen

Diagnose Zwangsstörung

Die Diagnose Dermatophagie werden Betroffene nur in den seltensten Fällen erhalten. Besonders starke Ausprägungen treten vor allem im Rahmen tieferliegender Zwangsstörungen (OCD) auf. Eine Behandlung erfolgt dementsprechend meistens nur indirekt. Wird eine OCD als Ursache vermutet, empfiehlt der Arzt im Regelfall eine psychische Behandlung, etwa in Form einer Verhaltenstherapie.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


16.05.2019

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