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Ausschlafen am Wochenende funktioniert nicht

Junge Frau schlägt den Wecker mit einem Hammer, weil sie am Wochenende ausschlafen will
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An manchen Tagen ist der Wecker unser schlimmster Feind. Gänzlich ignorieren sollten wir ihn dennoch nicht – auch nicht am Wochenende. (Popel Arseniy / Shutterstock.com)

Im stressigen Alltag verloren gegangener Schlaf ist am Wochenende nicht mehr aufholbar - egal wie lange man sonntags im Bett bleibt.

Schlafen zählt, nüchtern betrachtet, wohl zu den beliebtesten Tätigkeiten vieler Menschen. Denn was gibt es Schöneres als nachts völlig entspannt die Augen zu schließen und ins Land der Träume überzugehen? Eben, nichts. Ungünstig ist lediglich, dass die Realität nur in den seltensten Fällen dieser Idealvorstellung entspricht. Gerade nach einem stressigen Arbeitstag ist es meistens gar nicht so einfach, auf andere Gedanken zu kommen.

 

Anstelle der puren Entspannung steht dann oft ein inneres Verkrampfen bei dem Versuch, endlich einzuschlafen. Weil außerdem viele Menschen dazu neigen, erst recht spät ins Bett zu gehen, ist Schlafmangel mittlerweile ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen. Mindestens 7 Stunden sollten Erwachsene jede Nacht schlafend verbringen, doch immer mehr erreichen dieses Maß bei weitem nicht.

Studie: Nur 5 Stunden Schlaf

Zum Glück, so könnte man meinen, gibt es aber immerhin das Wochenende. Samstag und Sonntag bieten schließlich die perfekte Möglichkeit, um unter der Woche verlorenen Schlaf wieder aufzuholen. Doch dank einer neuen Studie kommen nun, zum bereits wiederholten Male, Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Praxis auf. Christopher Depner und Ken Wright zeigen auf, wie schädlich das Ausschlafen am Wochenende sein kann.

 

Sie haben Versuchsteilnehmer 9 Tage lang beobachtet und ihre Stoffwechseldaten genau protokolliert. Dabei unterteilten sie die Probanden allerdings in drei Gruppen, wovon nur eine pro Nacht bis zu 9 Stunden schlafen durfte. Gruppe 2 hingegen bekam ein hartes Schlaflimit von gerade einmal 5 Stunden vorgesetzt. Selbiges galt für die dritte Gruppe, die aber immerhin am Wochenende so lange schlafen durfte, wie sie wollte.

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Ergebnis ist keine große Überraschung

Doch eben dieser vermeintliche Vorteil erwies sich als wenig zielführend. Obwohl die Probanden der dritten Gruppe samstags und sonntags länger im Bett blieben, hatten sie ebenso mit einer leichten Gewichtszunahme zu kämpfen wie die andere Schlafmangel-Gruppe. Auf die Leber- und Muskelwerte hatte das Ausschlafen sogar einen negativen Effekt. Sie waren im Schnitt nach dem Wochenende schlechter als zuvor.

 

Eine andere Studie kam bereits vor einigen Jahren zu einem sehr ähnlichen Ergebnis. Damals wurde erkannt, dass ein längeres Schlafen am Wochenende das Risiko einer Herzerkrankung erhöht. Ohnehin ist die hohe Bedeutung eines gesunden Schlafrhythmus ein schlecht gehütetes Geheimnis. Auch in der aktuellen Untersuchung schnitt jene Gruppe, die ihren Schlafgewohnheiten normal nachgehen durfte, wenig überraschend am besten ab.

 

In diesem Zusammenhang wurde zuletzt auch häufiger der Begriff des sozialen Jetlags genannt. Darunter versteht man die Diskrepanz zwischen dem inneren Biorhythmus und den Tagesroutinen jedes Einzelnen. Natürlichen Faktoren wie die Uhrzeit des Sonnenauf- bzw. untergangs geben wir demnach viel zu wenig Einfluss auf unseren Rhythmus. Künstlich festgelegte Zeitpunkte wie Arbeitsbeginn oder Schulstart wären mittlerweile hingegen zu dominant.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


05.03.2019

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