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Kontaktlinsen machen Augen trocken

Frau setzt sich eine Kontaktlinse ein
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Kontaktlinsen können trockene Augen reizen. (Pavel Chernobrivets - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters TROCKENE AUGEN

Nahezu jeder 2. Kontaktlinsenträger kennt das Gefühl, wenn die Augen tränen, gerötet oder auch müde sind. Schuld daran ist meist eine Instabilität des Tränenfilms, die Augen fühlen sich trocken an.

Es kommt zu einer Entzündung (Trockenes Auge). Grund dafür kann einerseits eine mangelnde Tränenproduktion sein, andererseits ein zu schnelles Verdunsten der Tränenflüssigkeit des Auges. Auch Klimaanlagen, starker Wind und langes Arbeiten am Bildschirm können ein Trockenes Auge verursachen. Mit entsprechenden Tropfen sind Symptome wie Brennen, Tränen oder Jucken gut behandelbar, wie auch Univ.-Prof. Dr. Leopold Schmetterer im Rahmen der folgenden 5 Fragen erklärt:

Frage 1: Wie kann sich ein Trockenes Auge äußern?

Univ.-Prof. Dr. Leopold Schmetterer: Aufgrund der mangelnden Tränenflüssigkeit und nachfolgender Entzündung kommt es zu verschiedenen Symptomen wie

  • Brennen
  • Jucken
  • Stechen
  • Fremdkörpergefühl
  • verschwommenes Sehen

Zunächst, in leichten Stadien, können die Beschwerden zurückgehen und treten nur vorübergehend auf, in schweren Fällen kommt es zu Dauerbeschwerden. Ein Trockenes Auge muss nicht unbedingt beide Augen betreffen, vor allem wenn Verletzungen vorangegangen sind. In den meisten Fällen treten die Symptome aber an beiden Augen auf. Oft werden die Symptome verstärkt, wenn Klimaanlagen laufen, durch Bildschirmarbeit, die Lidschlagfrequenz zu gering ist oder wenn in Lokalen geraucht wird.

Frage 2: Wie wird ein Trockenes Auge therapiert?

Univ.-Prof. Dr. Leopold Schmetterer: Um die Augen fit zu halten, sollten im ersten Schritt die Umweltbedingungen verändert werden, also z.B. Pausen am Bildschirm einlegen, Klimaanlagen meiden. Die Therapie erfolgt stadienabhängig. Bei leichten Symptomen werden Tränenersatzmittel verabreicht, sogenannte Lubrikantien, die den Tränenfilm wiederherstellen. In leichten Fällen kann es ausreichen, täglich 1 bis 2 Mal einzutropfen, bei schweren Fällen kann es notwendig sein, 6 bis 8 Mal täglich einzutropfen. Dann ist ev. auch eine zusätzliche Therapie erforderlich, mit antientzündlichen Augentropfen, je nach klinischem Bild der Erkrankung.

 

In sehr schweren Fällen kann mitunter auch eine systemische Therapie nötig sein. Weiters ist zu beachten, ob eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion vorliegt. Diese Drüsen bilden einen feinen Fettfilm, der das Verdunsten der Tränenflüssigkeit verhindert. Bei Erkrankten ist diese Funktion gestört, zur Behandlung gehört in diesem Fall auch eine sorgfältige Lid-Hygiene.

 

Ein Trockenes Auge kann jedoch auch aufgrund einer rheumatischen Erkrankung entstehen, dann ist die Grunderkrankung in erster Linie zu behandeln. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, wie vor allem Psychopharmaka oder Beta-Blocker, kann die Erkrankung begünstigen.

Frage 3: Wichtiges zum Umgang mit Augentropfen?

Univ.-Prof. Dr. Leopold Schmetterer: Unbedingt ist auf das Ablaufdatum zu achten, abgelaufene Tropfen sollten nicht mehr verwendet werden. Die Tropfen sollte man immer bei sich tragen – häufig spüren Betroffene am Morgen noch nichts von einem Trockenen Auge, das sich erst tagsüber einstellt. Günstig sind Tropfen ohne Konservierungsmittel, diese sind in vielen Augentropfen enthalten, sie bringen zwar eine vorübergehende Besserung, können jedoch die Erkrankung langfristig begünstigen.

 

Neueren Konzepten entsprechen Lubrikantien, die nicht befeuchtend wirken (etwa durch Verwendung von Hyaluronsäure), sondern zusätzlich osmoprotektiv sind. Pflanzen haben von Natur aus Stoffe, die die Zellen vor dem Austrocknen schützen, also einen natürlichen Osmoprotektor. Dieses Konzept kann auch auf die Behandlung des trockenen Auges übertragen werden. Osmoprotektive Tropfen wirken nicht nur lindernd, sondern therapieren auch die Hyperosmolarität, ein Charakteristikum aller Formen des Trockenen Auges, da sie Substanzen enthalten, die die Zellen vor dem Austrocknen schützen.

Frage 4: Was sollen Kontaktlinsenträger tun?

Univ.-Prof. Dr. Leopold Schmetterer: Brillenträger haben meist keine Probleme mit der genannten Therapie, Kontaktlinsenträger sind häufiger betroffen, da die Linse ja an der Augenoberfläche sitzt und den Tränenhaushalt verändern kann. Hier ist ein Tränenersatzmittel speziell für Kontaktlinsenträger nötig. Bei schwererer Symptomatik kann es auch notwendig werden, zeitweise auf die Linsen zu verzichten.

Frage 5: Wie kann man sich schützen?

Univ.-Prof. Dr. Leopold Schmetterer: Wer sich vor der Entstehung des Trockenen Auges schützen möchte, sollte auf die Umweltbedingungen achten.

  • Starken Staub
  • langes Arbeiten am Bildschirm
  • Klimaanlagen
  • verrauchte Lokale

sollte man vermeiden. Aber auch Wind oder Langstreckenflüge, bei denen in der Kabine starke Trockenheit herrscht, sowie die Klimaanlage beim Autofahren begünstigen ein Trockenes Auge. In Wüstenstaaten, wie z.B. den Vereinigten Arabischen Emiraten, liegt die Zahl der Betroffenen übrigens deutlich über 20 %.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


06.10.2014
QUELLEN
Interview mit Univ.-Prof. DI Dr. Leopold Schmetterer, am 18.08.2014
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